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Nordwestliche Stadtteile: Römerstadt kämpft um Postfiliale

Bereits 2006 hatte der Ortsbeirat 8 gegen die Einstellung des Postbank-Angebots protestiert. Die Begründung: Viele ältere Anwohner kann der Weg zur weiter entfernten Bankfiliale nicht zugemutet werden. Die Argumente haben sich bis heute nicht geändert. Von Nicole Koller

In der Frankfurter Römerstadt kämpfen die Bürger um den Erhalt ihrer Postfiliale.
In der Frankfurter Römerstadt kämpfen die Bürger um den Erhalt ihrer Postfiliale.
Foto: Foto: dpa

Es ist ein ärgerliches Thema, darüber sind sich alle im Ortsbeirat 8 einig. Ein ärgerliches Thema, dass einige Stadtteile bereits seit vielen Jahren verfolge, sagt Joachim Rotberg (CDU). Die Rede ist von der Post. Oder vielmehr von den Schließungen vieler ihrer Postfilialen in vergangenen Jahren. Insbesondere die geplante Schließung des Postamts in der Römerstadt erregt die Gemüter in im Ortsbeirat. Sowohl die SPD als auch die Freien Wähler fordern den Erhalt der Poststelle. Denn besagte Filiale werde unter anderem von Bewohnern der Siedlung und des südlichen Teils der Nordweststadt genutzt.

2006 hatte der Ortsbeirat 8 bereits gegen die Einstellung des Postbank-Angebots protestiert. Damalige Begründung: Menschen mit eingeschränkter Mobilität, allen voran ältere Anwohner, könne der Weg zur weiter entfernten Bankfiliale nicht zugemutet werden. Doch den Lokalpolitikern war kein Erfolg beschieden. Die Postbank in der Römerstadt wurde geschlossen, der Geldautomat abgebaut und die Kunden an die 1,3 Kilometer entfernte Filiale am Walter-Möller-Platz verwiesen. Eine wirtschaftliche Entscheidung, so Stefan Heß, Sprecher der Post in Frankfurt: zu wenig Kundenverkehr und deshalb nicht mehr vertretbar.

Ob die Poststelle ebenfalls geschlossen werde, sei davon abhängig, ob man einen passenden Partner finde, sagt Heß. Verlaufe alles nach Plan, werde noch in diesem Jahr ein Einzelhandelsunternehmen die postalischen Dienste übernehmen. Umwandlungen dieser Art betreibe die Post bereits seit Anfang der 90er Jahre. Obwohl der zukünftige Partner noch nicht feststehe, sei man optimistisch, so Heß. Es gebe mehrere potentielle Interessenten.

Die SPD im Ortsbeirat 8 lehnt eine solche "Shop-in-Shop-Lösung" ab, trotz Verständnis für das Streben nach Profit und Personaleinsparung. "Die Post ist die Post", sagt Jürgen-Heinrich Schmidt (SPD) Und zur Post gehöre eben eine gewisse Dienstleistung - und Kompetenz, über die nicht jeder Ladenbesitzer verfüge. Natürlich gebe es da Ausnahmen. Aber vor allem in Sachen Beratung seien ausgebildete Mitarbeiter der Post einfach fachkundiger.

Viele Alte haben Angst

Bereits des öfteren wurde Schmidt auf die geplante Schließung des Praunheimer Postamts angesprochen - vor allem von älteren Bürgern. "Der Mensch ist bequem", sagt der Lokalpolitiker, und die Bevölkerung werde immer "älter und unmobiler". Deshalb sei der Standort der neuen Poststelle von großer Bedeutung.

"Wir machen das nicht erst seit gestern", entgegnet Heß den Bedenken der Bürger. Es werde weder eine postlose Zeit geben, noch werde die neue Poststelle zu abgelegen sein. Die zentrale Lage sei wichtig und in die Suche nach einem geeigneten Partner einbezogen. Heß verweist auf die von der Service Barometer AG betriebene Studie "Kundenmonitor Deutschland". Die besagt, dass sich Briefpost und Postfilialen im Zehnjahresvergleich in Sachen Kundenzufriedenheit gesteigert haben. Dies sei "insbesondere auf den wachsenden Anteil an im klassischen Einzelhandel integrierten Postagenturen zurückzuführen".

Dennoch sind die Lokalpolitiker des Ortsbeirats 8 nicht die einzigen, die sich gegen die Umwandlung der Poststellen sträuben. Auch die Ortsbeiräte 7 und 10 haben Anträge auf Erhaltung ihrer Postfilialen gestellt. Ob diese zum gewünschten Ergebnis führen, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall müsse man ein Signal senden, so Rotberg. Der Ortsbeirat solle ihren Antrag nicht nur an den Magistrat, sondern auch an die Bundesnetzagentur und die Deutsche Post AG schicken.

Autor:  Nicole Koller
Datum:  17 | 3 | 2010
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