In Eschwege soll die nach dem Nazi-Bürgermeister Dr. Alexander Beuermann getaufte Straße umbenannt werden. Trotz erneuter Anwohnerproteste sprach sich der Hauptausschuss des Stadtparlaments am Montagabend mit großer Mehrheitdafür aus, einen würdigeren Namensgeber zu finden. Die endgültige Entscheidung trifft die Stadtverordnetenversammlung am 5. November.
"Die Verwaltung soll sich dann Gedanken machen, welche neuen Namen in Betracht kommen", erklärte Bürgermeister Jürgen Zick (SPD). "Da gibt es mehr als eine Idee." Außerdem beschloss der Hauptausschuss, dass der Magistrat ein Forschungsprojekt über die Geschichte der nordhessischen Kleinstadt während des "Dritten Reichs" in Auftrag geben soll. "Man kann dieses dunkle Kapitel der Stadtgeschichte nicht auf die Person des Bürgermeisters verkürzen", sagte Zick.
Der Kasseler Historiker und Erziehungswissenschaftler Dietfrid Krause-Vilmar, auf dessen wissenschaftlichem Gutachten die Entscheidung zur Umbenennung wesentlich beruhte, lobte die einmütige Haltung aller fünf Fraktionen: "Ich habe große Achtung vor dem gefundenen Konsens", sagte der emeritierte Hochschullehrer.

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