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04. Februar 2016

Odenwaldschule: Ex-Lehrer geht in Berufung

Blick auf die Odenwaldschule bei Heppenheim.  Foto: dpa

Ein Gericht verurteilt einen Ex-Lehrer der Odenwaldschule wegen des Besitzes von Kinderpornos zu einer 14-monatigen Haftstrafe. Der legt nun Berufung gegen das Urteil ein, sein Anwalt spricht von "Verfolgungseifer".

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Das Urteil des Amtsgerichts Bensheim gegen einen Ex-Lehrer der Odenwaldschule wegen Besitzes von Kinderpornos wird angefochten. Die Verteidigung habe Berufung eingelegt, teilte ein Sprecher des Gerichts am Donnerstag mit. Die Anklage habe Berufung angekündigt. Das Amtsgericht hatte den 34 Jahre alten ehemaligen Lehrer am Mittwoch zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung verurteilt. Über die Berufung müsse nun eine Kammer des Landgerichts Darmstadt entscheiden. Damit sei vermutlich nicht vor einem halben Jahr zu rechnen. Ein neue Verhandlung würde dann auch in Darmstadt stattfinden.

Der Mann wurde für schuldig befunden, in seiner Zeit an der Odenwaldschule zwischen 2011 und 2014 Unmengen entsprechender Dateien auf seinem privaten Computer gehabt zu haben. Der Vorsitzende Richter bezeichnete ihn als «pädophil und latent gefährlich», weitere Straftaten seien nicht auszuschließen. Der 34-Jährige hat in Mecklenburg-Vorpommern eine neue Stelle als Lehrer.

Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr und neun Monate ohne Bewährung gefordert. Die Verteidigung sprach von «einem ehrlichen Angeklagten» und warf der Anklage «Verfolgungseifer» vor. Eine Geldstrafe von rund 5400 Euro reiche aus.

Nach der Verurteilung des Lehrers wegen des Besitzes von Kinderpornos drohen dem 34-Jährigen nun auch Konsequenzen in Mecklenburg-Vorpommern. Dort soll der zuletzt auf Rügen tätige Pädagoge aus dem Schuldienst entlassen werden, wie das Bildungsministerium in Schwerin am Donnerstag mitteilte. «Wir werden ihm die Ausführung der Dienstgeschäfte untersagen, so dass er als Lehrer nicht mehr unterrichten kann», sagte Ministeriumssprecher Henning Lipski. Eine konsequente Reaktion hatte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) schon am Mittwoch unmittelbar noch Bekanntwerden des Gerichtsprozesses angekündigt.

Der Opferverein Glasbrechen begrüßte unterdessen die Verurteilung des Pädagogen. «Es darf nicht übersehen werden, dass schon der Handel im und das Herunterladen solcher Fotos aus dem Internet ein Akt fortgesetzter Gewalt gegen die minderjährigen Opfer darstellt», erklärte der Verein am Donnerstag. Glasbrechen war nach Bekanntwerden von sexuellen Übergriffe an der Odenwaldschule in Heppenheim gegründet worden. Mit dem im Frühjahr 2010 bekanntgewordenen Missbrauchsskandal mit mindestens 132 Opfern hat der Fall des nun verurteilten Lehrers aber nichts zu tun. (dpa)

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