Mit der 18 hatte es spät begonnen: Wegen eines Rechtsstreits mit Bilfiger & Berger hatte die Stadt mit dem Bau der Trasse für die 18er Tram erst Anfang 2009 beginnen können. 13 Monate hatte der Zwist gedauert, 13 Monate verlorene Zeit, hatte Verkehrsdezernent Lutz Sikorski damals gesagt, und sprach von einem Schaden für die Stadt.
Nun gibt es womöglich eine neue, noch attraktivere Perspektive für die 18, die Ende 2011 das Neubaugebiet im Frankfurter Borgen mit der Innenstadt und dem Zoo verbinden soll, wo für die 18 nach dem jetzigen Stand der Planungen die Endhaltestelle eingerichtet werden soll.
Aber vielleicht wird am Zoo auch nicht Schluss sein für die neue Linie. Die CDU will vom Magistrat prüfen lassen, ob die Tram nicht auf vorhandenen Gleisen über Konstablerwache, Battonnstraße, Lange Straße, Ignatz-Bubis-Brücke zum Lokalbahnhof und dann weiter nach Oberrad bis zur Stadtgrenze Offenbach geführt werden kann.
Bislang verbinden die Linie 16 (Ginnheim - Stadtgrenze Offenbach) und die Linie 15 (Südbahnhof - Stadtgrenze Offenbach) den Stadtteil Oberrad mit der Frankfurter Innenstadt. Wer heute aus Oberrad in die Innenstadt fahren will, muss entweder am Mühlberg in die S-Bahn umsteigen, was beispielsweise viele Berufspendler machen, oder bis Südbahnhof fahren und dort in die U1, 2 oder 3 umsteigen. Die verlängerte 18 würde eine direkte Verbindung zwischen Offenbach und Oberrad mit der Konstablerwache und damit mit der Fußgängerzone Zeil herstellen. Sowohl die Linie 16 wie die 15 würden ihren gewohnten Betrieb aufrecht erhalten.
Für die CDU wäre die verlängerte Variante der 18 eine sinnvolle Verbindung und keine Verlegenheitslösung: Die Endhaltestelle Zoo war deshalb gewählt worden, damit die 18 auf einer Gleisanlage wenden kann für die Rückfahrt. Vor allem aber werde in Oberrad eine direkte Verbindung in die City nachgefragt. Der CDU-Vorschlag korrespondiert mit einem im Gesamtverkehrsplan der Stadt, in dem eine Straßenbahnverbindung zwischen Preungesheim und Oberrad über Friedberger Warte angedacht ist.
Derzeit baut die Stadt den 3,5 Kilometer langen Neubauabschnitt zwischen Frankfurter Bogen und Friedberger Platz. An der Strecke entstehen acht neue Haltestellen. Die Kosten für das Projekt sind mit rund 50 Millionen Euro kalkuliert worden. Das Verkehrsdezernat geht davon aus, dass die Linie 18 täglich von 15.000 bis 18.000 Menschen genutzt wird. Unter ihnen werden vermutlich auch mehr als 3000 Fahrgäste sein, die wegen des attraktiven Nahverkehrsangebots vom Auto auf die Straßenbahn umsteigen werden.
Sollte es möglich sein, die Linie 18 bis nach Oberrad und Offenbach-Stadtgrenze zu verlängern, empfiehlt die CDU, die verlängerte Strecke gleich mit Betriebsbeginn Ende 2011 zu befahren.

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