Der Weihnachtsbaum steht bei den Hessen hoch im Kurs: Für 59 Prozent ist er einer Umfrage zufolge die wichtigste Weihnachtsdekoration. Für elf Prozent der Hessen führen dagegen Kerzen diese Hitliste an, für jeden Zehnten (10 Prozent) ist es der Adventskranz. Das hat eine am Mittwoch veröffentlichte Studie von TNS Emnid ergeben.
Für die Hessen hat der Weihnachtsbaum damit einen größeren Stellenwert als für den Durchschnitt der Deutschen. Bundesweit schätzt etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Menschen den Nadelbaum als wichtigste Dekoration zur Weihnachtszeit. Besonders große Bedeutung hat der Baum in Sachsen-Anhalt, wo er für gut vier von fünf Befragten (83 Prozent) die Hitliste anführt. Ganz anders in Brandenburg und Bremen: Hier steht er nur für jeden Dritten (je 33 Prozent) an erster Stelle. Bundesweit an zweiter Stelle der Hitliste: Der Adventskranz. Ihn halten 15 Prozent der Deutschen für das wichtigste Dekorationselement, gefolgt von Kerzen (13 Prozent).
Bei Männern kommen Weihnachtstanne oder -fichte laut Umfrage etwas besser an als bei Frauen: Während 55 Prozent der Männer den Baum für die wichtigste Dekoration zu Weihnachten halten, sind es bei den Frauen nur 50 Prozent. Bei ihnen stehen Kerzen und Adventskranz höher im Kurs als bei den Männern.
Farbverstärker im Gießwasser
Was jedoch nur wenige der Weihnachtsbaumfreunde bedenken: Die meisten Tannenbäume stammen aus Monokulturen, die durch den massiven Einsatz von Düngern und Pestiziden Boden, Grundwasser und Lebewesen belasten. Darauf machte der NABU-Landesvorsitzende Gerhard Eppler am Dienstag aufmerksam. Die Schadstoffe verbreiten sich nach dem Kauf auch in den heimischen vier Wänden. Damit die Bäume frisch und wohlproportioniert aussehen, bekommen sie oft auch noch eine Dosis Farbverstärker ins Gießwasser. Eppler empfiehlt deshalb den Kauf von Ökobäumen mit FSC- oder Bio-Siegel. Das Zertifikat erhalten nur Forstbetriebe, die auf Mineraldünger und Pestizide verzichten.
Das Angebot an Bio-Weihnachtsbäumen sei in Hessen bislang gering, kritisierte Eppler. Allerdings müssten die Verbraucher ihre Ansprüche überdenken. „Den perfekt gerade und dicht gewachsenen, rundum schön grünen Weihnachtsbaum gibt es nicht ohne chemische Sonderbehandlung“.
Wer einen ökologisch unbedenklichen Baum kaufen will, der nicht aus der Großplantage stammt, kann auf Bio-Höfen oder bei Bio-Waldbauern fündig werden. Auf den Interseiten der Umweltschutzorganisation Robin Wood und von Naturland gibt es Listen mit Verkaufsstellen, auch das nächstgelegene Forstamt weiß Bescheid, wo Ökobäume erhältlich sind. Einige Baumschulen und Biohöfe liefern die Bäume sogar ins Haus.
Eine Alternative sind Weihnachtsbäume aus Durchforstungsmaßnahmen, Infos gibt es laut NABU beim jeweiligen Forstamt.
Frische Bäume, selbst gesägt
Wer sich seinen Baum lieber selbst fällt, hat an den kommenden Wochenenden Gelegenheit, mit der Axt in den Wald zu ziehen. Auf ein Biosiegel muss man hier natürlich nicht achten. Im Taunus laden zahlreiche Forstämter zum lustigen Baumschlagen. Das Forstamt Königstein bietet am 10. und 17. Dezember zwischen 10 und 16 Uhr Bäume zum Fällen an. Am Parkplatz Breiter Weg an der B 455 gegenüber dem Rettershof zwischen Fischbach und Schneidhain gibt es Blaufichten, am Parkplatz Kittelhütte an der L3023 zwischen Glashütten-Oberems und Schmitten-Seelenberg stehen Kulturen von Nobilis- und Nordmanntannen. Fichten und Nordmanntannen können auch an der Köpperner Talstraße, L3041 Naturparkplatz, geschlagen werden.
Auch das Forstamt Weilrod lässt am 17. Dezember Selbstfäller zum Sägen anrücken. Im Revier Merzhausen können Besucher zwischen 9.30 und 16 Uhr an der Sendefunkstelle nach einer schönen Blaufichte Ausschau halten, zu erreichen kurz vor der Ortseinfahrt Merzhausen über die B 275 von Usingen aus. Auch in Usingen selbst, und zwar im Unterwald unterhalb der Gaststätte Tannenhof an der Straße nach Pfaffenwiesbach warten Fichten auf scharfe Äxte.
Und auch das Forstamt Groß-Gerau bietet Bäume zur "Selbstwerbung" an, wie es im Försterjargon heißt. Die Weihnachtsbaumkultur in der Revierförsterei Weisental hat am 10. Dezember von 9 bis 16 Uhr Fichten, Blaufichten und Nordmanntannen im Angebot. Hin geht es über die L3113 Mörfelden Richtung Gräfenhausen. Kurz vor der ehemaligen Revierförsterei Apfelbachbrücke beginnt die ausgeschilderte Route durch den Wald in Richtung Worfelden bis zur Kulturfläche. Dieselben Sorten gibt es bei der Revierförsterei Hassloch, nur eine Woche später. Bis 14.30 Uhr ist Zeit zum Fällen, der Weg führt über die Elsa-Brandströmallee und die Autobahnbrücke bei Rüsselsheim-Königstädten Richtung Wald. Ab der Behindertenwerkstatt ist die Route ausgeschildert.
Sämtliche Termine der einzelnen Forstämter sind im Internet unter www.hessen-forst.de nachzulesen. (dpa/jat/dapd)

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