kalaydo.de Anzeigen

Oldtimertreffen: Eine Dichtung aus Kork

Die Klassikertage in Hattersheim haben sich in den vergangen 19 Jahren zu einem der größten Oldtimertreffen Deutschlands gemausert.

        

Auch mancher „Youngtimer“ ist schon ein Klassiker.
Auch mancher „Youngtimer“ ist schon ein Klassiker.
Foto: Rheker

Ein Dutzend Oldtimer-Liebhaber stehen um ihn herum: einen dunkelblauen Jaguar MK2, Baujahr 1966, beige farbene Ledersitze. „Die Tür ist offen“, sagt sein Besitzer, Rudolf Küttewelsch aus Niedernhausen. Ein Mann öffnet sogleich behutsam die Fahrertür und wirft einen Blick ins glänzende Innere. Küttewelsch hat für seinen blank polierten Jaguar einen Platz auf dem Hessendamm in Hattersheim gefunden.

Er klappt die Motorhaube auf. „Der läuft ja wirklich ruhig“, sagt Mathias Domin, der mit einem Midgit aus dem Jahr 1973 die Klassikertage besucht. „Der ist aber drei Klassen höher als meiner“, lacht er. Dann fachsimpelt er mit Küttewelsch über Ölwechsel, Fettspritzen und kontaktlose Zündungen. „Die englischen Wagen haben noch Korkdichtungen.“ Und Küttewelsch lacht: „Ein Jaguar, der nicht tropft, hat kein Öl.“

Vor 19 Jahren ist Domin das erste Mal zu den Klassikertagen nach Hattersheim gekommen. Damals war das Oldtimertreffen noch klein und überschaubar. 1988 hatte die Scuderia Lufthansa classico mit 50 Autos begonnen. Inzwischen rechnet der Verein mit knapp 2000 Fahrzeugen. Die gesamte Hattersheimer Innenstadt ist an diesem Wochenende zugeparkt mit Oldtimern: ob pfefferminz-silberner Lincoln mit Elvis-Schallplatte auf der Hutablage, ob ein knallroter VW-Käfer Cabrio oder ein dreirädriger englischer Lomax. „Wir haben Autos aus den 20er Jahren bis hin zu sogenannten „Youngtimern“, die 20 bis 30 Jahre alt sind“, sagt Holger Schmidt in der Weyer, erster Vorsitzender der Scuderia.

Jedes Jahr stellt der Verein im Posthof Autos unter einem besonderen Motto aus – „Ostalgie“ lautet es in diesem Jahr. Gleich am Eingang stehen zwei besondere Autos nebeneinander: Ein Horch aus dem Jahr 1938, edel in schwarz, und ein weiß-blauer Horch, gebaut 1957 in der DDR.

Vier Marken für vier Ringe

„Horch ist das deutsche Wort für Audi“, erklärt Schmidt in der Weyer. Firmengründer Horch hätte seinen Sohn, der gerade Lateinvokabeln paukte, nach einem alternativen Namen gefragt: Audi. Und die Audi-Ringe kämen daher, dass sich unter der Automarke vier andere verbergen: Horch, Wanderer, DKW und Audi selbst.

Gleich neben dem Posthof hat Gunter Herz geparkt, mit seiner grauen Ente aus dem Jahr 1988. Er sei einfach reingewunken worden, sagt er. Dabei hat der 73-jährige Frankfurter seinen echten Oldtimer, einen Dixi, zu Hause gelassen. „Ich möchte nur gucken und mich nicht produzieren“, sagt er und zückt sogleich Fotos seiner Autos. „Ich mag das Einfache, die Ästhetik. Nicht das Protzige“, sagt Herz. Einen weißen VW-Käfer, Erstzulassung 1979, hat er auch.

Autor:  Franziska Richter
Datum:  30 | 5 | 2011
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Twitter im Landtag
 

Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Anzeige

Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Anzeige

Frage des Tages: Sollte man härter gegen Graffiti-Sprayer vorgehen?

Frankfurts Fassaden sind voll von Graffiti. Die Verursacher sind meistens nicht festzustellen. Die Polizei will nun härter gegen Graffiti-Sprayer vorgehen. Was halten Sie davon?

 

OB-Stichwahl in Frankfurt
Wahlergebnis Sehen Sie auch die Ergebnisse nach Stadtteilen als Grafik-Fotostrecke. Außerdem zeigen wir die Top- und Flop-Ergebnisse von Peter Feldmann und Boris Rhein nach Stadtteilen und noch detaillierter nach Wahlbezirken. Alles Weitere im Wahl-Spezial.
Frage des Tages: Welches Thema sollte der neue OB Peter Feldmann zuerst angehen?

Peter Feldmann wird Frankfurts neuer Oberbürgermeister. Welches Thema sollte der Sozialdemokrat in seinem neuen Amt als erstes angehen?

OB-Wahl in Frankfurt
So freuen sich Oberbürgermeister: Petra Roth (CDU) und Peter Feldmann (SPD), letzterer mit der Hand in der Hosentasche, ein Fauxpas.
Machtkampf nach OB-Wahl in Frankfurt 
        

Zählt die Tage bis zum Amtsantritt: Peter Feldmann.
Neuer Oberbürgermeister Frankfurt 
Der neue Oberbürgermeister Peter Feldmann bringt ein neues Team mit.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
Prinz Asfa-Wossen Asserate.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
So freuen sich Oberbürgermeister: Petra Roth (CDU) und Peter Feldmann (SPD), letzterer mit der Hand in der Hosentasche, ein Fauxpas.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
Spezial: Frankfurt Flughafen

Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.


Spezial: Der Flughafen wächst weiter
Manche Menschen freuen sich über den Klang von Glocken, andere fühlen sich gestört. (Symbolbild)
Fluglärm in Frankfurt 
        

Für diejenigen Menschen, die unter dem Fluglärm leiden, ist Frankfurt bei weitem nicht „grün“ genug.
Fluglärm in Frankfurt 
        

Wohnen in der Region: Lärm, aber noch kein Schallschutz.
Schleppende Antragsbearbeitung 
        

Nach Sonnenuntergang sollen auch die Flieger unten bleiben.
Nachtflugverbot 

Anzeige

Spezial

Auch dieses Jahr dürfte beim Schulwechsel der Sturm auf die Gymnasien ungebrochen anhalten. Doch welche Schulen passen eigentlich zu welchen Kindern? Die FR bietet einen Überblick.

Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Jeden Tag gibt's nun eine kurze Glosse zu unglaublichen Geschichten aus dem Frankfurter Alltag zu lesen.

 

Anzeige

 
Frankfurter Stadtteil-Porträts
Fragt man in Frankfurt die Leute, was denn die Hauptwache sei, bekommt man viele Antworten. Die einen haben einen Platz vor Augen, andere verwechseln die Hauptwache mit der Zeil. Wieder andere gehen davon aus, mit der Verabredung sei das Café Hauptwache gemeint. Oder auch die Standuhr dahinter.
Frankfurter Innenstadt 
..die Villa Meister. Das prachtvolle und heute denkmalgeschützte Gebäude hatte Herbert von Meister,der  Sohn von Carl Friedrich Wilhelm Meister, einem der Begründer der Farbwerke Hoechst, im Jahr 1902 erworben.
Frankfurt-Sindlingen 
        

Schon schön: Ein Blick in     die Grillparzerstraße im Dichterviertel.
Frankfurt-Dornbusch 
Auf den fruchtbaren Äckern im Frankfurter Norden wird immer noch Landwirtschaft betrieben. Und manch ein Erzeuger vermarktet seine Produkte immer noch selbst.
Frankfurt-Nieder-Eschbach 
Weblog

Seit vielen, vielen Jahren ist "kit" Eishockey-Berichterstatter. Im Blog berichtet er über die Löwen Frankfurt - "in your face".