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Rhein-Main und Hessen
Hessische Landespolitik und Berichte aus dem Rhein-Main-Gebiet.

09. September 2014

Organspende: Im Wortlaut

Muhammet Eren (r.) mit seinem Vater.  Foto: Privat

Knapp 89.000 Zugriffe hat die Facebook-Seite Muhammet Eren Için El Ele. Am Montagabend haben die Eltern Dönmez in dem sozialen Netzwerk einen längeren Beitrag gepostet. Wir veröffentlichen den in Deutsch und Türkisch verfassten Text im Wortlaut.

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Falls die Entscheidung des Gerichtes negativ ausfällt, werden wir nicht aufgeben. Wir werden immer weitermachen und weitermachen, bis zum obersten Gericht.

Wir werden um unseren Sohn Muhammet Eren weiterkämpfen, bis es nicht mehr geht. Erst dann werden wir in die Türkei zurückfliegen, wir werden nicht aufgeben. Ich habe es auch schon vorher gesagt, und ich möchte es nochmal wiederholen. Ich wünschte, wir hätten noch eine zweite Wahl – außer der Herztransplantation, die wir wahrnehmen könnten. Im Moment lebt Muhammet Eren mit Hilfe eines künstlichen Herzens und es ist sehr riskant.

Jeden Augenblick kann etwas passieren. Wird er leben, wenn die Herztransplantation erfolgt? Während der Herztransplantation und auch danach ist das Risiko bei jedem Kind gleich groß.

Nur Gott weiß es. Falls es Gottes Wille ist, wird er leben, aber die Hoffnung zu leben, ist durch eine Herztransplantation viel viel höher, als mit einem künstlichen Herzen.

Bevor man ihm diese Chance nicht gibt, können wir es nicht wissen. Die Operation ist schwer, und auch nach der Operation wird es schwer sein. Es ist immer schwer. Vielleicht wird Eren in der Zukunft nicht so wie andere Kinder sein können, aber so ist es halt, Mutter und Vater zu sein.

Wir geben unser Kind nicht auf. Keine Bedingung, kein Fall kann uns dazu bringen Eren aufzugeben. Erst recht nicht, wenn er uns anlächelt ...

Vielleicht ist das eine Prüfung – eine Prüfung von Gott und wir sind bereit, unser Leben auch mit einem behinderten Kind zu verbringen. Wenn das unsere Bestimmung ist, dann tun wir das auch gerne. Auch wenn die Ärzte alle zusammenkommen und es für richtig halten, Eren zum Tode zu verurteilen.

Wenn Gott will, dass er leben soll, wird er leben. Egal wie sehr wir uns bemühen, auch wenn wir alle Gerichte auf uns nehmen, wenn Gott es nicht will, wird er als Engel von uns gehen. Es soll das passieren, was für uns und unseren Sohn Eren gut ist.

Am Ende werden wir alle früher oder später sterben. Doch ich möchte zum letzten Mal zu diesem Thema etwas sagen: Um hier vor der Öffentlichkeit Unterstützung zu bekommen, macht das Klinikum allen Zeitungen negative Aussagen über uns. Angeblich streiten wir uns wohl ständig mit dem Personal. Uns wird auch vorgeworfen keinen Frieden zu geben. Und sie erzählen darüber, dass wir sie bedrohen würden.

Gott weißt, dass wir mit keinen Menschen hier Streit gehabt haben. Wir suchen nur rechtmäßig nach unserem Recht.

Nicht mal das können sie akzeptieren. Gott soll die Menschen zur Vernunft bringen, die Lügen erzählen. Aber wir haben Freunde, die hier in Deutschland leben, und es gibt Menschen, die uns besuchen kommen. Darunter auch Deutsche. Sie kennen uns und wissen, wie wir sind. Wir brauchen sie nicht über diesen Fall aufzuklären, aber an alle, die uns noch nicht kennengelernt haben, wir sind keine barbarischen Menschen.

Wir wollen nur das Beste für unseren Sohn und hoffen auf alles Gute ...

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