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Personalaffaire: Unser Mann in Berlin

Ein Frankfurter in der Hauptstadt: Der freidemokratische Bundestagsabgeordnete und Anwalt Hans-Joachim Otto zieht in Merkels Kabinett ein. Von Matthias Arning

Er doch nicht. Er mache sich doch keine Gedanken über einen Posten in der schwarz-gelben Koalition in Berlin. So sprach Hans-Joachim Otto noch vor wenigen Wochen.
Er doch nicht. Er mache sich doch keine Gedanken über einen Posten in der schwarz-gelben Koalition in Berlin. So sprach Hans-Joachim Otto noch vor wenigen Wochen.
Foto: Fr/Oeser

Er doch nicht. Er, hat Hans-Joachim Otto vor der Bundestagswahl im Gespräch mit der FR gesagt, er mache sich doch keine Gedanken über einen Posten in einer schwarz-gelben Koalition. Vielmehr sei er selbst elf Jahre nach seinem ersten Einzug ins Parlament weiterhin "mit Leib und Seele Abgeordneter", der sich auch in Zukunft am liebsten mit der Kultur und den Medien befassen wolle.

Jetzt kommt es anders: Der 56 Jahre alte Frankfurter, der gemeinsam mit seiner Familie im Holzhausenviertel lebt und in der Stadt am Main auch als Anwalt tätig ist, wird im zweiten Kabinett Merkel Staatssekretär im Wirtschaftsministerium.

Dass er gern Abgeordneter gewesen ist, konnte man dem Freidemokraten abnehmen. Doch mangelt es dem Mann nicht an weiterführendem Ehrgeiz. Eine gewisse Leidenschaft verband er stets mit dem Vorsitz im Kulturausschuss, so dass es durchaus konsequent gewesen wäre, hätte Otto das Amt des Kulturstaatsministers von Bernd Neumann übernommen. Doch da ging die Kanzlerin nicht ran.

Von der Kultur in die Wirtschaft

Und so zieht Otto, vor seiner Zeit an der Spitze des Kulturausschusses über Jahre hinweg kulturpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, nun in das von seinem Parteifreund Rainer Brüderle gelenkte Wirtschaftsministerium ein. In dieser Behörde wird es Otto künftig auch mit der Aufsicht über die Märkte zu tun haben - in der Zeit nach der Finanzkrise, die mit einem "unbeschreiblichen Versagen der Regulierungsbehörden" angefangen hatte.

Vor allem aber dürfte der Freidemokrat bei jeder Gelegenheit daran erinnert werden, dass er "ein Frankfurter in Berlin" ist. Was für den gewichtigen Standort in der Mitte der Republik von Bedeutung sein könnte. Denn bislang, daran ließ Otto im Gespräch mit der FR keinen Zweifel aufkommen, stehe es nicht gut um die Repräsentanz der Mainmetropole in der Hauptstadt.

Andere Großstädte machten für seinen Geschmack wesentlich mehr Aufhebens um sich selbst. Dass Berlin weit weg erscheine, "das ist nachteilig für Frankfurt", die Vertreter der Stadtregierung seien anders als andere Magistrate in der Hauptstadt nicht aktiv. Die einzige Politikerin, die über die Stadt am Main hinausstrahle, sei die Oberbürgermeisterin in ihrer doppelten Rolle als Präsidentin des Deutschen Städtetages.

Autor:  Matthias Arning
Datum:  26 | 10 | 2009
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