Schwere Vorwürfe gegen das Seniorenpflegeheim Casa Reha "An den Niddaauen" am Frankfurter Berg hat eine anonyme Anruferin bei der Frankfurter Rundschau erhoben. Den Angaben der Frau zufolge sollen in dem 2006 erbauten Heim am Berkersheimer Weg demente Bettlägerige in ihren Ausscheidungen liegen gelassen, nicht ausreichend gewaschen und gepflegt und auch angeschrieen worden sein. Ärztliche Anordnungen, zum Beispiel Leute zu wiegen, seien nicht eingehalten worden.
Das hessische Gesundheitsministerium bestätigte auf Nachfrage der FR eine "große Anzahl von Missständen" in dem Heim. Die Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet, die Schließung und der Entzug der Betriebserlaubnis seien angedroht, falls das Haus nicht bis zum 30. April für die Beseitigung der Missstände sorge. Die Zustände in dem Heim seien so gravierend, dass das Sozialministerium auch dabei sei, einen Aufnahmestopp für neue Bewohner anzuordnen.
Ralf Krenzin, Unternehmenssprecher der Casa Reha-Gruppe, die bundesweit 53 Pflegeheime betreibt, weist die erhobenen Missstände zurück: "Sie entsprechen überhaupt nicht dem, was ich je in unseren Häusern gesehen habe." Das Haus in Frankfurt sei im November vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung überprüft worden: "Wir sind intensiv daran, die Maßnahmen abzuarbeiten." Die von der Heimaufsicht formulierten Vorwürfe würden "sehr ernst genommen", da sie "untragbar sind und nicht unserem hohen Qualitätsverständnis entsprechen". Am Donnerstag habe das Frankfurter Haus einen Bericht des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung "mit einem Maßnahmenplan für Verbesserungen" erhalten. Diese würden "selbstverständlich umgesetzt".
Krenzin bezeichnete hohe Personalfluktuation und -mangel im Frankfurter Raum als einen "Teil des Problems". Krenzin: "Wir haben in den vergangenen Monaten Personal austauschen müssen, um Mitarbeiter zu erhalten, die unserem hohen Qualitätsverständnis entsprechen." Die Fluktuation sei "auf die Umstände in der Stadt, nicht auf Umstände im Heim" zurückzuführen.

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