kalaydo.de Anzeigen
23. November 2012

Pitt & Schmidt aus dem hessischen Landtag: Die Welt in 34 Sekunden

 Von Pitt von Bebenburg und Volker Schmidt
Pitt und Schmidt Foto: Monika Müller

Im hessischen Landtag muss es manchmal schnell gehen, wenn man nicht sparsam mit der Zeit wirtschaftet. Dann folgt ein Schlachtfest der Worte.

Drucken per Mail

Liebe Leserinnen und Leser, hiermit kommen wir zum Schluss. Denn wer haushalten kann, ist deutlich im Vorteil. Das gilt keineswegs nur fürs Geld, sondern auch für die Zeit, was laut Volksmund ja ohnehin aufs Gleiche rauskommt.

Die Haushaltswoche im Landtag hat diese Weisheit bewiesen. Einen kompletten Tag lang wurden nur Etat-Posten und ihre politischen Auswirkungen debattiert. Nach elfeinhalb Stunden freute sich Linken-Fraktionschefin Janine Wissler über die Sparsamkeit ihrer Genossinnen und Genossen. „Ich habe noch 18 Minuten Redezeit“, stellte sie fest. „Die CDU hat Null.“ Da zeige sich eben, „wer in diesem Hause haushalten kann und wer nicht“.

Die Linke darf lästern

So durfte die Linke noch ausführlich zum letzten Punkt auf der Tagesordnung reden, der Hochschulpolitik, und über Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) lästern: „Die Hilferufe der Hochschulen erreichen die Frau Ministerin leider nicht.“ Ein augenzwinkerndes Angebot Wisslers, Redezeit abzugeben, nahm die CDU nicht an. Wahrscheinlich gefiel der Regierungspartei die Begründung nicht, dass die Christdemokraten „einmal die Vorteile des Umverteilens kennenlernen“ könnten.

Es ist ein ungewöhnliches Verfahren, das der Landtag für die Haushaltsberatungen vereinbart hat. Zehn verschiedene Themen werden debattiert – und jede Fraktion bekommt für alle zusammen jeweils anderthalb Stunden Redezeit. Wenn eine Fraktion sich zu lange bei Justiz- oder Umweltpolitik aufhält, fehlt die Zeit eben am Schluss.

So verkündete Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU) gegen 20.30 Uhr: noch 18 Minuten und 16 Sekunden für die Linke, 8:29 für die ebenfalls sparsamen Grünen, sieben Minuten für die SPD, nichts mehr für die CDU – und 34 Sekunden für die FDP.

Die Fetzen fliegen

Diese Minimalzeit nutzte der freidemokratische Hochschulpolitiker Matthias Büger für eine atemberaubende Zusammenfassung seiner Position. Er begann mit dem Ausspruch: „Meine Damen und Herren, hiermit komme ich auch zum Schluss“ und mündete in den Kernsatz: „Kür und Pflicht super.“

Auch wenn politisch die Fetzen flogen – zumindest floss kein Blut in der Debatte. Was Ministerpräsident Volker Bouffier auch den Familien ersparen will. Er wolle nicht, dass „die Familie auf dem Altar der Ideologie geopfert wird“, verkündete der Regierungschef bei einem Termin nahe seiner Heimatstadt Gießen. Ein mehr oder weniger geschmackvolles Bild. Denn der Ministerpräsident sprach, wie der Gießener Anzeiger meldete, „beim Schlachtessen der CDU in Treis“.

Pitt von Bebenburg und Volker Schmidt berichten über Blutiges und Vegetarisches aus dem Hessischen Landtag. Und sie twittern: @pittundschmidt

Jetzt kommentieren

Anzeige
Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie dazu bitte auf das orange Symbol.

Übersichtsseite Frankfurt/Rhein-Main

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Mainz

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Radfahren in Frankfurt
Radserie Stadtrad

Radfahren in Frankfurt: Wir machen die Bestandsaufnahme. Wo sind die Gefahrenstellen? Was muss besser werden? Auch Ihre Erfahrungen sind gefragt. Dazu gibt's Tipps für die Fahrradreparatur.

Zur Serie: Stadtrad - Radfahren in Frankfurt

Twitter
Fotostrecke
Costa Concordia

Frankfurt und Offenbach leuchten - im Rahmen der Luminale gab es 182 beeindruckende Lichtkunst-Projekte zu sehen. Ein Anziehungspunkt in Frankfurt war die neue Osthafenbrücke (Bild). Wir zeigen die schönsten Motive in einer Fotostrecke.

Online-Kataloge
Anzeige
Spezial
Einkaufen in luxuriösem Ambiente: Blick ins Skyline Plaza, dem neuen Konsumtempel im Europaviertel.

MyZeil, Skyline Plaza, Loop 5, Main-Taunus-Zentrum, Hessencenter - immer mehr Konsumtempel konkurrieren mit der Zeil und anderen klassischen Einkaufsstraßen um Kunden.

Sprengung des AfE-Turms

Der AfE-Turm am Frankfurter Campus Bockenheim ist Geschichte. Fotos, Videos und Berichte über den großen Knall - und ein Blick auf das, was danach kommt.

Sprengung des AfE-Turms

Videos: Der AfE-Turm fällt - in Zeitlupe

Fotostrecke: Der Trümmerhaufen als Ausflugsziel

Fotostrecke: So fiel der AfE-Turm

Fotostrecke: Das bleibt vom Uni-Turm übrig

Fotostrecke: Ein letzter Rundgang im AfE-Turm

Rückblick: Spektakuläre Sprengungen in Frankfurt

Ausblick: Kulturcampus Bockenheim

Sonderheft

Die Siebziger sind die Frankfurter Jahre. Von hier aus strahlt in die Republik, was das Jahrzehnt bestimmt: das Aufbegehren der Jugend, der Häuserkampf in und ums Westend, die terroristische Bedrohung der RAF - und die Flügelzange der Eintracht mit Grabowski und Hölzenbein.

FR-Geschichte: 70er Jahre in Frankfurt

Unser Sonderheft blickt zurück, dokumentiert Originaltexte und zeigt das Jahrzehnt in Bildern.

Die Zeitung
ANZEIGE
- Partner