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07. Dezember 2012

Pitt & Schmidt aus dem hessischen Landtag: Typisch deutsch

Pitt und Schmidt Foto: Monika Müller

Von ½ Brötchen, kleinen Parisern, parallelen Häppchen und anderen Nickeligkeiten im Landtag berichten in dieser Woche Pitt & Schmidt.

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Jeder vierte Hesse stammt nicht von hier, sondern aus einem anderen Land. Oder hat zumindest Eltern, die eingewandert sind. Meist sieht man davon nicht viel im Landtag: Gerade drei MiHis (Menschen mit Migrationshintergrund) sind unter den 118 Abgeordneten – Tarek Al-Wazir, Mürvet Öztürk (beide Grüne) und Ismail Tipi (CDU). Ob’s nach der nächsten Wahl repräsentativer wird?

In dieser Woche füllte sich der Plenarsaal mit einer bunteren Mischung. Menschen mit türkischen, griechischen, afrikanischen und anderen Wurzeln kamen zur zweiten Integrationskonferenz. Es ging um die Frage, wie sich alle in Hessen zugehörig fühlen können. Experten wie David Deißner von der Vodafone-Stiftung warben dafür zu akzeptieren, dass Menschen sich „nicht einfach nur deutsch oder einfach nur türkisch“ sähen, sondern je nach Situation mal so, mal so.

Daran muss man sich im Landtag erst gewöhnen. Dort liegt jetzt die Antwort auf die Frage aus, was „Typisch deutsch“ bedeutet. Grundgesetz? Goethe? Darum geht’s nicht. Auch nicht um die deutsche Sprache in einem Parlament, das gerade das „Schulverwaltungsorganisationsstrukturreformgesetz“ verabschiedet hat. „Typisch deutsch“ steht für „Tasse Kaffee oder Tee, ½ belegtes Brötchen mit Käse, ½ belegtes Körnerbrötchen mit Schinken“. So wirbt das Landtags-Restaurant für sein Frühstücksangebot. Alternativ gibt’s „Petit Parisien“.

Politiker laden zu Diners

Gegessen wird vor Weihnachten viel. Allerhand Politiker laden uns zu schönen Diners ein, bei denen man das politische Jahr Revue passieren lässt und nebenbei die eine oder andere Insider-Information erfährt.

In dieser Woche hatten uns SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel und seine Leute zur Gans eingeladen, wir hatten zugesagt. Dann flatterte die Einladung von Innenminister Boris Rhein (CDU) ins Haus, der erklären wollte, warum Hessen trotz Bedenken ein NPD-Verbotsverfahren mitträgt. Dazu gab es Häppchen – gemeiner Weise fast parallel zum SPD-Essen.

Wer glaubt, sowas komme nur zwischen konkurrierenden Parteien vor, irrt. Am Freitag lud CDU-Generalsekretär Peter Beuth zu Plakatvorstellung und Gulaschsuppe ein. Journalisten kamen aber kaum. Denn genau zur selben Zeit erklärte CDU-Finanzminister Thomas Schäfer, wie karg die Kost für Kommunen ausfällt, die unter den finanziellen Schutzschirm des Landes schlüpfen. Prost Mahlzeit.

Pitt von Bebenburg und Volker Schmidt berichten typisch hessisch aus dem Landtag. Und sie twittern: @pittundschmidt

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