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Rhein-Main und Hessen
Hessische Landespolitik und Berichte aus dem Rhein-Main-Gebiet.

14. Dezember 2012

Pitt & Schmidt aus dem hessischen Landtag: Wichtels Frieden

 Von  und 
Pitt und SchmidtFoto: Monika Müller

Kurz vor Weihnachten muss alles raus im Landtag: Gesetze, Krawatten und warme Worte.

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Vor Weihnachten wird gewichtelt. Man macht das unter Arbeitskollegen, und wenn man Abgeordneter ist, halt unter seinesgleichen. So kam es, dass der Kasseler SPD-Politiker Wolfgang Decker am Donnerstag mit einer Krawatte auftrat, deren Muster nach Kaninchen auf LSD-Trip aussah.

Decker zeigte das peinliche Stück jedes Mal vor, wenn er ans Rednerpult trat. Daraufhin riet CDU-Finanzpolitiker Gottfried Milde, Decker möge den Binder anziehen, wenn er die Fußball-Mannschaft des Landtags als Teamchef anführe. „Das könnte den Gegner abschrecken.“

Apropos Weihnachten. Als der Landtag heftig darüber stritt, wie der Verfassungsschutz besser zu kontrollieren sei, fiel der SPD-Abgeordneten Nancy Faeser ein Bild ein, das zur Adventszeit passte. Sie ärgerte sich darüber, dass der Verfassungsschutz-Präsident als Experte zu der Frage angehört worden war, wie man ihn den besser kontrollieren könne. Seltsames Verfahren, fand Faeser. „Man sollte ja auch nicht mit den Gänsen über Weihnachten reden.“

Schlachtung des Geheimdienstes abgelehnt

Wer weiß, vielleicht dachte sie an Ex-Kanzler Gerhard Schröder, der einst die als Weihnachtsspeise vorgesehene Gans Doretta publikumswirksam vor dem Schlachtermesser rettete. Und tatsächlich: Der Landtag lehnte die Schlachtung des Geheimdienstes ab, die ein Linken-Antrag vorsah.

Vier Tage lang zankten und stritten die Abgeordneten, einen Tag länger als sonst. Normalerweise ist am Donnerstagabend Schluss mit dem Plenum. Diesmal ging es am Freitag weiter, es war so viel abzuarbeiten. Als letzten Punkt setzte der Landtag einen Untersuchungsausschuss ein. Da wurde noch mal richtig geholzt.

Dem Landtagspräsidenten Norbert Kartmann (CDU) aber war nach Weihnachtsfrieden zumute. Kaum war der Ausschuss beschlossen, sprach er warme Worte. Er freue sich, dass man sich 2012 „in der Mehrheit der Dinge als Hessischer Landtag einheitlich präsentiert“ habe, lobte Kartmann. Und klang wie die Mutter der zerstrittenen Familie, die wenigstens ein einziges Mal ein harmonisches Fest feiern möchte.

Pitt von Bebenburg und Volker Schmidt berichten von Werk- und Feiertagen aus dem Hessischen Landtag. Und sie twittern: @pittundschmidt

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