Gerade ist erst ein Mammutverfahren mit empfindlichen Haftstrafen gegen neun Angeklagte zu Ende gegangen. In einem neuen, zweiten Prozess ist am Mittwoch die Anklage gegen sechs Männer und eine Frau verlesen worden. Fast sechs Millionen Euro an Krediten sollen ergaunert worden sein.
Die Angeklagten sollen zwischen 2006 und 2010 mit Häusern und Wohnungen in Wiesbaden, Offenbach, Raunheim und anderen Städte ähnlich getrickst haben wie schon die Verurteilten in dem ersten Verfahren. Gelockt worden seien Kreditsuchende, die von ihrer Hausbank kein Geld mehr erhielten. Wer aber Geld wollte, musste auch in ein Immobiliengeschäft einsteigen, das als sicher vorgegaukelt wurde.
Banken bekamen laut Staatsanwaltschaft Gehaltsnachweise der Käufer vorgelegt, die hinten und vorne nicht stimmten: Selbst ein Hartz-IV-Empfänger hatte ein großzügiges Einkommen, was aber ebenso wenig existierte wie die Firma, die als Arbeitgeber angegeben war. Käufer besaßen laut Anklage nicht das Geld, um solch eine Finanzierung zu stemmen und gingen in die Knie. Es kam zu Zwangsversteigerungen.
Mit dem erschwindelten Geld sei „ein Vermögensverlust großen Ausmaßes angerichtet worden“, legte Staatsanwalt Tobias Stewen dar. Vor allem Banken soll durch den Betrug ein erheblicher Schaden entstanden sein. „Sie wurden über das Gehalt und die Kreditwürdigkeit des Käufers getäuscht.“
Das Landgericht terminierte den Prozess bis in den Dezember hinein. (dpa)
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