kalaydo.de Anzeigen

Public Private Partnership: Finanzierung auf anderem Wege

Viele Frankfurter Brücken müssen saniert werden, doch es fehlt das Geld. Jetzt versucht es die Stadt mit einer Mischfinanzierung aus öffentlichen und privaten Mitteln. Gesucht wird ein Generalunternehmer. Von Matthias Arning

PPP Brücke.
PPP Brücke.
Foto: FR/Schick

Einhundert Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren. Diese Zahlen hätten am Anfang aller weiteren Überlegungen gestanden. Berichtet Lutz Sikorski am Montag. Mit diesen Zahlen lasse sich die Dimension des Projekts erschließen, das sich der Verkehrsdezernent gemeinsam mit Stadtkämmerer Uwe Becker vor einem Jahr vorgenommen hat. An diesem Anfang sei recht bald klar gewesen: "Das ist nicht zu stemmen", sagt Sikorski. Und deswegen habe es für den Grünen Sikorski und den Schwarzen Becker keinen Zweifel gegeben: Für die Sanierung von Brücken und anderen Ingenieurbauwerken in dieser Stadt müsse man einen anderen Weg finden. Und zwar schnell, wegen des meist schlechten Zustands der Bauwerke gebe es "kurzfristig Handlungsbedarf".

Jetzt probieren es die beiden Stadträte mit "ÖPP". Das ist die Abkürzung für "Öffentlich-Private-Partnerschaft". Mit "ÖPP", zuletzt erprobt beim Umbau von vier Schulen, sei man "gut gefahren", bilanziert Kämmerer Becker. Zumal man auch einiges habe lernen müssen und inzwischen gelernt habe. Deswegen gelte für den künftigen Brückenbau: "Alles muss transparent sein", gleichsam mit der Schadensbilanz beginnen und mit der Kalkulation der Kosten weitergehen. Allein die Vergabe des Auftrags, setzt Sikorski hinzu, darüber wolle man dann doch hinter verschlossenen Türen beraten. Ansonsten aber gelte: Künftig müsse man sich den Vorwurf, man habe gemauschelt, nicht mehr gefallen lassen.

Öffentlich-Privat

130 Brücken und 40 Ingenieurbauwerke sollen in fünf Jahren im Rahmen einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft saniert werden. Dafür schließt die Stadt mit privaten Baufirmen Verträge mit einem Volumen von insgesamt 500 Millionen Euro und einer Laufzeit von 30 Jahren ab.

Die Bauwerke, die sich in einem zumeist schlechten Zustand befinden, bleiben auch während der Laufzeit des Projekts im Eigentum der Stadt.

Wirtschaftlich rechnen soll sich das Projekt, weil der Auftragnehmer das Interesse hat, schnell und günstig zu bauen, da er in Vorleistung geht. Anders als bei einer Einzelvergabe habe er die Möglichkeit, Risiken zu verteilen.

Becker und Sikorski wäre es am liebsten, die Stadtverordneten würden bereits im kommenden April einen entsprechenden Beschluss zum künftigen Brückenbau in Frankfurt fassen, um dann in der zweiten Jahreshälfte mit einer europaweiten Ausschreibung Angebote einzuholen, im kommenden Jahr mit den Bietern Verhandlungen zu führen und im Januar 2012 mit dem Projekt zu starten. Ein durchaus ehrgeiziger Zeitplan, zumal alle Ortsbeiräte ausdrücklich mitreden sollen, wenn es um Brücken in ihrem Ortsbezirk geht.

Am besten wäre es aus der Sicht der beiden Stadträte, es gebe einen Generalunternehmer für sämtliche Sanierungsfälle. Denn dieser könnte dann Mischkalkulationen zwischen lohnenden und weniger lohnenden Arbeiten anstellen und sich wegen der schwankenden Rohstoffpreise absichern. Wesentlich sei für die Stadtregierung in diesem Zusammenhang, dass das regionale Handwerk von einem Generalunternehmer eingebunden werde und der Mittelstand bei der Vergabe von Aufträgen als Subunternehmer ins Spiel komme.

Kontinuität und Qualität

Grundsätzlich glauben Becker und Sikorski daran, mit "ÖPP" und der langfristigen Laufzeit des Vertrages über drei Jahrzehnte hinweg "hohe Kontinuität und Qualität" für die Projekte schaffen zu können. Gleichzeitig "streuen wir das Risiko", betont der Kämmerer: Selbst wenn ein Generalunternehmer nicht für die Laufzeit von 30 Jahren gerade stehen könne, sorge die Kommune vor, indem die Risiken über die kreditgebenden Banken abgesichert werden sollen.

Abgefragt habe man inzwischen auf dem Markt, ob es für ein solches Projekt Interesse gebe. 30 Unternehmen hätten signalisiert, sich um einen entsprechenden Auftrag bewerben zu wollen. Zuletzt hatte die Europäische Zentralbank für ihr Bauvorhaben im Ostend vergeblich nach einem Generalunternehmer gesucht. Nachdem sich für ein Bauvolumen von 500 Millionen Euro keine Baufirma fand, teilten die Währungshüter das Projekt in verschiedene Lose auf, für die Aufträge jetzt separat vergeben werden.

Damit aber lasse sich "ÖPP" nicht vergleichen, hebt Becker hervor. Weil sich der Brückenbau am besten im Zusammenhang realisieren lasse.

Autor:  Matthias Arning
Datum:  9 | 2 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Regionale Startseite
Ressort

Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick


Nachrichten aus der Region

Anzeige

 
Spezial

Die heiße Phase naht: Termine, Reportagen, Bilder - vom Kinderfasching bis zur Prunksitzung.

Fastnacht in Rhein-Main
Das Frankfurter Prinzenpaar Marcus I. und Ingrid II.
Frankfurter Fastnacht 
        

In den Clubs könnte die Schwester  auffallen.
Fasching in Mainz 
Rednerschule: Karl Oertl bringt Fastnachtern bei, wie man eine Büttenrede hält. In der Bütt: Patrick Fiederer
Fassenacht in Frankfurt 

Anzeige

Spezial
Beschäftigte des Druckmaschinen-Herstellers Manroland demonstrieren vor der Allianz-Niederlassung in Frankfurt. Allianz und MAN haben dem angeschlagenen Konzern den Geldhahn zugedreht.

Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.

Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Anzeige

Spezial
Wer zieht im März in den Römer ein?

Wer folgt Petra Roth? Mitte März wählt Frankfurt einen neuen OB. Alles über die Kandidaten im Spezial.

OB-Wahl in Frankfurt
        

Rechnet mit einer Stichwahl: Ursula Fechter.
FAG-Kandidatin Fechter 
Das zentrale Themenplakat der Piraten (für ganzes Bild bitte klicken).
Piraten in Frankfurt 
OB-Bewerber Oliver Maria Schmitt setzt sich für ein nichtraucherfreies Frankfurt ein.
OB-Wahl Frankfurt 
        

Ganz großes grünes Kino: OB-Kandidatin  Heilig und der Berliner Fraktionsvorsitzende  Trittin in der Harmonie.
OB-Wahlkampf bei den Grünen 
Boris Rhein hat auf Facebook einen falschen Freund abgekriegt: einem stadtbekannten Rechtsextremen aus Maintal.
Frankfurter OB-Wahlkampf im Internet 
Altenhilfe der FR

Spendenkonten, Bankverbindung, Online-spenden und Informationen zu Spendenquittungen.

Spezial

Mit gutem Gewissen investieren und gleichzeitig Geld verdienen? Die FR schaut, wie erfolgreich Firmen und Fonds dabei sind.

Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

Fotostrecke 1. Derpart Familien-Reise-Tag

Staumelder

Staumelder 86 Staus mit einer Gesamtlänge von 273km
Zu den Staumeldungen
Meistgeklickt
Mohamadou Idrissou: Noch reicht die Kraft nicht für 90 Minuten, vielleicht reicht sie aber für Fortuna Düsseldorf?
Eintracht gegen Fortuna 
Moderator Günther Jauch.
Günther Jauch 
Gegen seine alten Kollegen in der Startelf: Bamba Anderson.
Eintracht gegen Fortuna 
Ohne Draht zum Volk: Adolf Sauerland.
Kommentar zu Sauerland 
Marktplatz

"Wir wünschen uns einen großen Garten um unser Frühlingsglück zu genießen." Über 25.000 Bauplatz- und 6.000 Baugebiet-Angeboten.