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Radreisemarkt: Mit dem Drahtesel touren

Der Radreisemarkt 2009 in Bornheim informiert zum 13. Mal über neue Wege. Von Susanne Wegner

Zum 13. Mal konnten sich Interessierte beim Bornheimer Radreisemarkt über Fern- und Nahreisen informieren und mit Zubehör für ihren Drahtesel ausstatten.
Zum 13. Mal konnten sich Interessierte beim Bornheimer Radreisemarkt über Fern- und Nahreisen informieren und mit Zubehör für ihren Drahtesel ausstatten.
Foto: Oeser

In der bunten Kulissenstadt Greenwood Zivilisation schnuppern, abends am Lagerfeuer Gitarre spielen und auf den alten Eisenbahntrassen durch die Natur radeln. So abwechslungsreich präsentierte Reiseleiter Klaus Gattner seine Radtour durch West-Kanada - auf dem ersten Lichtbildvortrag des Radreisemarktes 2009 des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) am Sonntag im Bürgerhaus Bornheim. Zum 13. Mal konnten sich Interessierte an zahlreichen Stationen über Fern- und Nahreisen informieren und mit Zubehör für ihren Drahtesel ausstatten.

Anne Wehr ist Kulturbeauftragte und für das Tourenprogramm des ADFC zuständig, das rund 230 Reisen anbietet. "Ein bundesweit einmaliges Angebot, weil es kostengünstig ist und sich alle anschließen können", sagt Wehr. Darüberhinaus kann sie wertvolle Tipps für Zielorte geben, da sie über 30 Mal Frankreich mit dem Rad bereist hat: Burgund, Elsass, Lothringen. "Weingegenden sind schöne Fahrradgegenden." Bei ihren Empfehlungen achte sie darauf, wer sich informiert. Die Reise müsse zum Reisenden passen, um Spaß zu machen.

Dieses Jahr sei der Fernbereich besonders stark vertreten, sagt Achim Isenberg. Er hat das vierte Mal in Folge den Markt koordiniert. Sein Nachfolger Hermann Kerpen wird im nächsten Jahr die Leitung übernehmen.

Der Reisemarkt hat aber noch mehr Neues zu bieten: Erstmalig ist ein Stand zum Thema Satellitennavigation (GPS) vertreten. Hans-Otto Aeffner, langjähriges Mitglied im ADFC,Ingenieur von Beruf und GPS-Fan, informiert über die Technik und die Anwendung des Gerätes. Was man alles braucht, um eine satellitengestützte Tour zu unternehmen, erklärt er an seinem eigenen Fahrrad auf dem Stand und in einem Vortrag im Clubraum: ordentlich Kleingeld für das Navigationsgerät, einen Halter am Fahrradlenker,einen PC, um die Kartendaten aufs Gerät zu laden, Neugier und Geduld. GPS am Fahrrad sei nicht mit dem im Auto zu vergleichen, sagt er. Auf Karte und Kompass wolle trotzdem nicht verzichten.

Siegfried Keil und Christine Reichelt sind ebenfalls Mitglieder des Fahrrad-Clubs, jedoch als Besucher auf der Messe unterwegs, um sich neue Anregungen für Reisen zu holen. Bisher radelten sie gerne nach Holland, "weil dort die Autos stehen bleiben, wenn ich komme", sagt Keil. Für GPS interessieren sie sich überhaupt nicht. "Man entdeckt etwas Neues, wenn man mal neben der Spur fährt", sagt Reichelt.

Man muss jedoch nicht immer in die Ferne reisen, wenn das Gute so nah liegt. Dieser Meinung sind jedenfalls die Weinköniginnen aus Rödelsee, Dettelbach und Neuses am Berg. An ihrem Stand werben sie für eine Radreise in die heimischen Weingegenden. Radfahren und einen Schoppen trinken, für viele gibt es offenbar nichts Schöneres als das.

Autor:  SUSANNE WEGNER
Datum:  16 | 3 | 2009
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