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Rhein-Main und Hessen
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24. März 2014

Rassismus: Bündnis prangert "rassistische Tat" an

 Von Fabian Scheuermann
Demonstranten halten Mahnwache am Bahnhof.  Foto: Bündnis Aufklärung 1003

Mahnwachen in Mainz protestieren gegen Rassismus. Ein junger Angolaner war nach einem Streit mit Schnittwunden in ein Krankenhaus gebracht worden.

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Eine Auseinandersetzung zweier Männer vor dem Mainzer Hauptbahnhof am 10. März zieht Kreise. Beim Verlassen eines Busses waren damals ein 57-jähriger Idsteiner und ein 28-jähriger Mainzer mit angolanischem Migrationshintergrund in einen Streit geraten, der anschließend auf der Straße eskalierte. Beide Personen verletzten sich; der 28-Jährige wurde mit schweren Schnittwunden ins Krankenhaus gebracht, wo er notoperiert wurde. Er befindet sich nicht mehr in Lebensgefahr.

Zwei Tage nach der Tat wurde abends vor dem Mainzer Hauptbahnhof eine Mahnwache abgehalten, die anschließend an fünf Wochentagen fortgesetzt wurde. Die Organisatoren des inzwischen gegründeten „Bündnis 1003“ fordern eine Aufklärung des ihrer Meinung nach „rassistischen Hintergrunds der Tat“. Laut Mitorganisator Heshmat Tavakoli wisse man von mehreren Augenzeugen, dass vor und während der Auseinandersetzung rassistische Beleidigungen geäußert worden seien.

„Für einen rassistischen Tathintergrund gibt es bisher keine Bestätigung“, heißt es indes bei der Mainzer Polizei. „Auf gegenseitige Beleidigungen folgte gegenseitige Körperverletzung“, sagte eine Polizeisprecherin der Frankfurter Rundschau. Dass es dabei auch „zu Beleidigungen auf rassistischer Grundlage“ gekommen sei, schließt sie nicht aus. Wie das zu bewerten sei, müsse nun aber vor Gericht geklärt werden.

Familie nicht informiert

Die Staatsanwaltschaft wollte sich auf Anfrage der FR nicht zu dem Fall äußern. Noch einen ganz anderen Vorwurf macht die Familie des 28-jährigen Migranten der Polizei: So habe man erst aus der Zeitung von der Tat erfahren, erzählt dessen Schwester. „Das finde ich nicht in Ordnung“, sagt sie. Laut einer Polizeisprecherin sei das aber nichts Ungewöhnliches: „Die Familie zu informieren, ist nicht unbedingt unsere Aufgabe, nicht alle Betroffenen wollen das“, argumentiert sie. Ab heute wird die Mahnwache vor dem Mainzer Hauptbahnhof, an der bisher meist mehr als hundert Menschen teilnahmen, immer montags von 17 bis 19 Uhr fortgeführt. „Wir haben uns entschieden, die Mahnwache bis zur Europawahl fortzusetzen“, so der Mitorganisator der Wachen, Kabeya Kasongo.

Er selbst sei am Tag der Tat am Tatort gewesen und habe sich gewundert, warum dort „alles so voller Blut“ gewesen sei. Man dürfe „jetzt nicht schweigen“, findet Kasongo.

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