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03. Februar 2009

Raststätte Taunusblick: Gläserner Aufzug mit Skyline-Blick

 Von SEBASTIAN AMARAL ANDERS
Schwer zugänglich, aber gut sichtbar: der Aussichtsturm an der A 5. Foto: FR/Djeddi

Hoch ragt die Konstruktion über der Autobahn auf, und genau so schwer zu erreichen ist sie. Ein Aussichtsturm, der kaum jemanden Aussicht bietet. Von Sebastian Amaral Anders

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Taunusblick

Die Raststätte an der A 5 wurde nach Jahrzehnte langen Planungen am 2. September 2008 eröffnet.

Der Aussichtsturm ist die Attraktion der Rastanlage. In Anlehnung an den römischen Grenzwall wurde er Limes-Turm getauft.

Aus 25 Metern Höhe kann man sowohl die Skyline als auch den Taunus sehen. Bei gutem Wetter ist der Turm täglich zwischen 6 und 20 Uhr geöffnet.

100 Stufen führen zur Plattform, im Innern des Turms steht außerdem ein Aufzug zur Verfügung.

Die Gastronomie der Raststätte betreibt die Restaurant-Gruppe Marché mit einem Restaurant und einer Bäckerei. Auch Burger King ist vertreten.

Im Gespräch ist derzeit, die Rastanlage um einen Autohof zu erweitern. Auch für eine Anbindung der Raststätte an die A 5 in Richtung Norden gibt es laut Hans-Peter Debling, einem der IHK-Geschäftsführer, eine Konzeption.

Der Turm weckt Begehrlichkeiten, keine Frage. Allein schon der Name: "Taunusblick". Aber wenn Spaziergänger in den Feldern zwischen Praunheim und Niederursel in Richtung Westen blicken, sehen sie statt Feldberg und Co. zuerst einmal Laster und Pendler, die über die A 5 donnern. Erst hinter den sechs Fahrspuren erhebt sich dann der Aussichtsturm der Raststätte "Taunusblick". Doch wie um alles in der Welt soll man dort hinkommen?

Diese Frage hat auch die Grünen-Fraktion im Ortsbeirat 8 umgetrieben. Anfang September 2008 wurde die Raststätte eröffnet, die bereits auf Eschborner Gemarkung, aber nur wenige hundert Meter von Niederursel und Praunheim entfernt liegt. Seitdem lockt der 25 Meter hohe Turm nicht nur Autofahrer an, die auf der nagelneuen Rastanlage eine Pause vom Gasgeben machen. Für die Spaziergänger und Radfahrer aus den angrenzenden Stadtteilen haben die Grünen zwei Zugangs-Varianten ausgemacht.

Fußgängerbrücke abgelehnt

Die eine Möglichkeit führt durch einen Tunnel, in den selbst bei strahlendem Sonnenschein kaum Tageslicht fällt. Ein holpriger Feldweg entlang des Steinbachs führt aus Niederursel bis zur Autobahn, wo sich der enge, wenig einladende Durchgang eröffnet. Als Variante B sehen die Grünen die gut ausgebaute Brücke über die Autobahn, etwa 300 Meter weiter südlich.

Diese Idee hat der Magistrat in einer Stellungnahme indes abgeschmettert: Die Brücke dient dem Betrieb der Anlage und sei "nicht geeignet, touristische Fußgängerströme aufzunehmen". Zudem fehle eine Verkehrsführung für Radfahrer. Kurzum: Die Brücke fällt als Option flach.

Einen dritten Weg haben die Grünen in ihrem Antrag indes ausgelassen, obgleich er für Manfred Kuehmichel der naheliegendste wäre. Der Investor und Tankstellen-Unternehmer, der hinter dem Bau der Raststätte steht, kennt das Gelände gut, hat sich alles genau angesehen, bevor er sich bereits in den 90er Jahren entschied, dort in eine Raststätte zu investieren. Die breite Autobahn-Unterführung am südlichen Rand der Raststätte ist ihm dabei natürlich nicht entgangen.

Als Ernst Welteke noch hessischer Wirtschaftsminister war, wurde sie für eine U-Bahn-Trasse angelegt, die bis nach Steinbach führen sollte. Die Bahn ist bekanntlich nie gebaut worden, wohl aber die Unterführung. "Die Infrastruktur ist da", sagt Kuehmichel. "Jetzt fehlt nur noch ein bisschen guter Wille."

Den müssen auch Spaziergänger und Radfahrer aufbringen, wenn sie von dem asphaltierten Weg, der anstelle der U-Bahn von der Endhaltestelle Heerstraße in Richtung Steinbach führt, die Raststätte ansteuern wollen. Zur Linken wie zur Rechten erheben sich meterhohe Erdwälle, Radfahrer bewegen sich hier nach Auskunft eines Warnschildes nur noch "auf eigene Gefahr", und die einzige Treppe, die in Richtung Raststätte führt, ist mit einem "Betreten verboten"- Schild versehen.

Gefährliche Zufahrten

Den Mitarbeitern der Raststätten-Betriebe, die nicht mit dem Auto über die A 5 zur Arbeit kommen, bleibt indes kaum eine andere Möglichkeit, als die Treppe dennoch zu nehmen. Genauso geht es den Spaziergängern, die zum Turm wollen. Am oberen Ende der Stufen trennt sie nur noch eine Leitplanke, ein Lastwagen-Parkplatz und einige nicht ganz ungefährliche Zufahrtsquerungen von ihrem Ausflugsziel aus Glas und Stahl.

Wenn Manfred Kuehmichel im gläsernen Aufzug bis zur 40 Quadratmeter großen Aussichtsplattform nach oben schwebt, kann er seine Begeisterung über die Aussicht und wohl auch seine Idee, diesen Turm zu bauen, kaum verbergen. Auf der einen Seite zeigt sich die Skyline in ihrer vollen Pracht, während sich auf der anderen Seite der Feldberg erhebt.

"Wir wollen mit der Raststätte hier kein Fremdkörper sein, sondern uns integrieren", sagt Kuehmichel, und zieht sich auf der windigen Plattform die Mütze zurecht. "Aber dazu braucht es eben einen Zugang."

Raststätte Taunusblick. Hinweis: Die Satellitenbilder von Google-Maps wurden geschossen, als die Raststätte noch nicht gebaut war.

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