Darmstadt. Hessens größter Regierungsbezirk Darmstadt hat einen neuen Chef: Johannes Baron übernahm bei einer Feierstunde im Darmstädter Staatstheater am Dienstag das Amt des Regierungspräsidenten. "Sie haben einen Regierungsbezirk, der ungeheuer spannend und dynamisch ist", sagte Innenminister Volker Bouffier (CDU) vor etwa 950 Gästen, darunter zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden. Gekommen waren auch viele Mitarbeiter. Baron war zuvor Erster Stadtrat in Kelkheim im Taunus. Der 43-Jährige ist in Darmstadt der zehnte Regierungspräsident.
Zugleich wurde Barons Vorgänger Gerold Dieke nach zehn Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Bouffier sagte, der 66-Jährige habe sich Anerkennung und Respekt erworben. "Sie und Ihre Art haben der Behörde gut getan. Sie haben ihr ein Gesicht gegeben." Auch die personelle Verschlankung sei gut bewältigt worden.
Das Regierungspräsidium ist für 3,8 Millionen Menschen in Südhessen zuständig. Bouffier bezeichnete den Bezirk als eine "Lokomotiv-Region des Landes mit besonderen Herausforderungen". Gerade bei Projekten wie dem Ausbau des Frankfurter Flughafens, der ICE-Trasse von Frankfurt nach Stuttgart oder der Erweiterung des Kohlekraftwerks Staudinger müsse immer wieder ein "Ausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie" gefunden werden.
Für das Erreichen dieses Konsenses bringe Baron "hervorragende Voraussetzungen mit", sagte Bouffier. Anders als Dieke - dieser war von 1987 bis 1999 Geschäftsführer der Entwicklungshilfe-Organisation GTZ - sei Baron kommunalpolitisch verankert. Diese Erfahrungen befähigten ihn dazu, "zwischen höchst unterschiedlichen Interessen eine Lösung zu finden".
Baron warb um das Vertrauen der rund 1600 Mitarbeiter des Regierungspräsidiums. "Wer glaubt, alleine führen zu können, der liegt daneben." Als Ziel gab er vor, "das hohe fachliche Niveau der Mitarbeiter mindestens zu halten". Nach dem Ende der Wirtschaftskrise würden Fachleute gebraucht für schnelle Genehmigungsverfahren. Allerdings könne auch er Einschnitte nicht ausschließen. "Ich kann nicht versprechen, dass nicht gespart werden muss." (dpa)
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