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19. Juli 2011

Rhön-Klinikum: Geplatzte Träume

Klinikpersonal bei einer Operation Foto: Oliver Berg/dpa

Versprochen, gebrochen: Die privatisierte Uni-Klinik in Marburg sollte nach dem Verkauf an den Rhön-Konzern ein international führender Standort für die Krebstherapie werden. Doch die Realität sieht anders aus.

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Ex-Ministerpräsident Roland Koch sprach von einem „Leuchtturm“, Ex-Wissenschaftsminister Udo Corts bei der Grundsteinlegung vor vier Jahren von einem „Quantensprung“. Auch der Krankenhauskonzern Rhön-Klinikum selbst, Betreiber des privatisierten Universitätsklinikumklinikums, schraubte die Erwartungen hoch: Das Partikelzentrum in Marburg sei ein „Meilenstein in der Krebsbehandlung“ und beweise, „welche Vorteile dieses in Deutschland nach wie vor einzigartige Modell für Patientenversorgung und Wissenschaft mit sich bringt“. Gemeint war die Privatisierung.

Diese Träume sind geplatzt. Die Uniklinik wird sich als „international führender Standort der Radioonkologie“ (Ex-Geschäftsführer Joseph Rohrer) nicht profilieren können. „Im Verlauf der Entwicklungsarbeit haben wir festgestellt, dass wir bei der wirtschaftlichen Umsetzung dieser Technologie in der Breitenversorgung zu ambitioniert waren“, räumte Siemens in einer gemeinsamen Presseerklärung mit der Rhön-Aktiengesellschaft am Montag ein. Patienten würden in dem Zentrum in Marburg nicht behandelt werden können. Die vorhandene Technik werde ausschließlich als Forschungs- und Entwicklungsanlage für Siemens dienen.

Bei der Partikeltherapie werden Protonen oder Kohlenstoff-Ionen über eine Beschleunigeranlage auf sehr hohe Geschwindigkeit gebracht und gezielt in Tumore geschossen. „Die Überlebensrate bei bestimmten Tumorarten könnte von 25 auf über 80 Prozent gesteigert werden“, sagte 2010 die damalige Gesundheitsministerin Silke Lautenschläger (CDU). Rhön wolle die „Spitzentechnologie jedem Patienten verfügbar machen“.

Kritiker hatten das stets bezweifelt. „Die Wirksamkeit ist nicht erprobt“, so Angela Spelsberg, Leiterin des Tumorzentrums Aachen. Das Verfahren nur für ganz wenige Patienten geeignet, Krankenkassen würden kaum die Kosten übernehmen: „Den Patienten wird dann Hoffnung gemacht und nahegelegt, das aus eigener Tasche zu zahlen.“ ( jur)

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