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Roland Koch: Reli für Muslime

Roland Koch pfeift Jörg-Uwe Hahn zurück: Der hessische Ministerpräsident hält am flächendeckenden bekenntnisorientierten evangelischen und katholischen Religionsunterricht fest. Von Frank Schuster

Die evangelische Kirche lehnt Islamkunde-Unterricht ab.
Die evangelische Kirche lehnt Islamkunde-Unterricht ab.
Foto: ddp

Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hält am flächendeckenden bekenntnisorientierten evangelischen und katholischen Religionsunterricht in Hessen fest. "Unsere Verfassung gebietet den konfessionellen Religionsunterricht, und wir haben ihn auch in der Koalition vereinbart", sagte Koch am Freitag in Wiesbaden.

Er persönlich halte das für eine unverzichtbare Grundlage für eine freie Gesellschaft, die niemals glauben dürfe, dass der Einzelne in seiner Freiheit nur sich selbst verantwortlich sei, melden Nachrichtenagenturen.

Koch stellt sich damit gegen die Aussagen von Vize-Ministerpräsident und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP). Dieser hatte für die Gleichstellung von Christen und Muslimen beim Religionsunterricht geworben. Ein rein staatlich betriebener islamischer Religionskunde-Unterricht könne seiner Ansicht nach zum Modell für verschiedene Regionen des Bundeslands werden.

Den koalitionsinternen Zwist trugen die beiden führenden Landespolitiker just an dem Tag aus, an dem die Evangelische Kirche Hessens und die Islamische Religionsgemeinschaft Hessen (IRH) ihren vierten "Tag des Dialogs" begingen. Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, und Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, sowie IRH-Vorsitzender Ramazan Kuruyüz forderten bei diesem interreligiösen Zusammentreffen an der Goethe-Universität Frankfurt einen konfessionellen Unterricht für Muslime, der anstelle der von ihnen als unzureichend erklärten Islamkunde treten soll.

Die Ausbildung der Lehrer solle an deutschen Hochschulen mit staatlichen Lehrplänen erfolgen. Einen festen Lehrstuhl dafür gibt es bislang nur an der Uni Osnabrück. Der Inhaber war als Referent geladen. Die vom Türkischen Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet) geförderten Stiftungsprofessuren an der Frankfurter Goethe-Uni könnten nur als Übergangslösung angesehen werden.

Nach Ansicht von Kuruyüz lege die Ausbildung an deutschen Hochschulen unter hiesigen Standards den Grundstein für "mehr Transparenz" und wirke Indoktrination und religiösem Fundamentalismus entgegen.

Autor:  Frank Schuster
Datum:  7 | 11 | 2009
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