Früher, blickt Gabriele Dehmer, die Chefin des Straßenbauamts, am Montag auf eine Zeit vor zehn Jahren zurück, früher hätten sich 25 Mitarbeiter um den Zustand der Brücken gekümmert. Mittlerweile seien es gerade noch 13. "Zu wenige", befindet Stadtrat Lutz Sikorski, um in einer überschaubaren Zeit sich die Sanierung der nicht selten maroden Brücken vorzunehmen. Selbst mit der Öffentlich-Privaten-Partnerschaft gebe es für die städtischen Brückenbauer reichlich zu tun, denn die Bauwerke unter Denkmalschutz und die Verbindungen über den Main sind ob ihrer öffentlichen Bedeutung ausdrücklich aus dem 500-Millionen-Projekt herausdefiniert worden. Also haben sich die kommunalen Planer um die Sanierung etwa der Alten Brücke zu kümmern.
Knapp 35 Millionen Euro dürfte dieses Projekt beanspruchen, sagt Verkehrsdezernent Sikorski. Deswegen werde die Sanierung frühestens 2012 etwas. Schließlich habe das Land unmissverständlich zu verstehen gegeben, in den nächsten zwei Jahren keinen Euro in die Sanierung stecken zu wollen. Und ohne einen Zuschuss, setzt der Grüne hinzu, lasse sich dieses Projekt von grundsätzlicher Bedeutung einstweilen nicht realisieren. Angefangen werde hingegen mit einem anderen Projekt, das über den Main führen soll: Ende des Jahres startet der Bau der Mainbrücke Ost.
130 Brücken und 40 Ingenieurbauwerke sollen in fünf Jahren im Rahmen einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft saniert werden. Dafür schließt die Stadt mit privaten Baufirmen Verträge mit einem Volumen von insgesamt 500 Millionen Euro und einer Laufzeit von 30 Jahren ab.
Die Bauwerke, die sich in einem zumeist schlechten Zustand befinden, bleiben auch während der Laufzeit des Projekts im Eigentum der Stadt.
Wirtschaftlich rechnen soll sich das Projekt, weil der Auftragnehmer das Interesse hat, schnell und günstig zu bauen, da er in Vorleistung geht. Anders als bei einer Einzelvergabe habe er die Möglichkeit, Risiken zu verteilen. ing
Beide Mainquerungen gehören nicht zur ÖPP. Im Rahmen dieses Vorhabens steht vielmehr die Sanierung des Niederurseler Stegs an, eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer. Auf einer Länge von knapp 40 Metern sehen die Straßenbauer einen dringenden Sanierungsbedarf. Das ist bei der Omegabrücke nicht anders, die zu den Stahlkonstruktionen gehört, an denen schon lange Jahre nichts mehr passiert ist.
Im Rahmen der Öffentlich-Privaten-Partnerschaft will die Stadt nicht allein große Bauwerke sanieren lassen. Vielmehr gehe es auch um Holzkonstruktionen über die Nidda, etwa den Sossenheimer Viehweg. Oder die Querung am Maunzenweiher. Gerade vier Meter Länge misst die Waldwegbrücke im Stadtwald, die spätestens 2017 neu gemacht sein soll. Ebenfalls nicht besonders lang ist die Gewölbebrücke, die den Königsbach an der Kennedyallee überspannt. Mit der Sanierung der Unterführung am Ratswegkreisel wollen die Straßenbauer im Ostend das Bauwerk aus der Mitte der 60er Jahre auch von Graffiti befreien.

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