Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat sich erneut dafür ausgesprochen, Atomkraftwerke länger laufen zu lassen. Er stellte sich damit gegen seinen Parteikollegen, Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der auf den Atomausstieg dringt.
Koch warnte in der Zeitung Hamburger Abendblatt vor einem Aufweichen des in der schwarz-gelben Koalitionsvereinbarung auf Bundesebene vereinbarten Kurses. "CDU, CSU und FDP haben sich auf die Laufzeitverlängerung der vorhandenen Kernkraftwerke und darauf verständigt, dass nicht Ideologie oder künstliche Jahreszahlen darüber entscheiden, wie lange ein Kraftwerk am Netz bleibt, sondern der Sicherheitsstandard und die Technik", sagte der hessische Ministerpräsident.
CDU-Politiker Röttgen hatte sich dafür ausgesprochen, dass kein Atomreaktor länger als 40 Jahre am Netz bleiben solle.
Der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel bezeichnete den Ministerpräsidenten als "Atom-Koch". Diesem sei es "zu keinem Zeitpunkt um die Förderung erneuerbarer Energien gegangen, stets um die maximale Nutzung der Hochrisikotechnologie Atomkraft", kritisierte Schäfer-Gümbel. (pit)

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