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Schlaue Mitarbeiter: Viele fühlen sich nicht gemeint

Mit Weiterbildung versuchen Unternehmen, Fachkräfte im Betrieb zu halten. Doch die Angebote verfehlen häufig die Zielgruppen, wie eine Umfrage zeigt. Wir veröffentlichen die Ergebnisse exklusiv.

Weiterbildung ist auch für ältere Mitarbeiter wichtig.
Weiterbildung ist auch für ältere Mitarbeiter wichtig.
Foto: IMAGO

Dass es wichtig ist, auch ältere Fachkräfte im Unternehmen zu halten, hat sich offenbar noch nicht in allen Betrieben herumgesprochen. „Bei uns sind rund 9.000 Menschen beschäftigt, aber gerade einmal 18 davon sind über 60 Jahre alt“, schreibt ein Teilnehmer der Online-Befragung zur Weiterbildung, deren Ergebnisse wir auf dieser Seite vorstellen. Schonarbeitsplätze, schreibt der verärgerte Mann weiter, würden kontinuierlich abgebaut, und weitergebildet würden Ältere auch nicht.

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Es ist eine einzelne Stimme. Und deren Schilderung ist auch nicht repräsentativ für das Gros der Unternehmen, wie die bundesweite Umfrage der Vereinigung des hessischen Unternehmerverbände (VhU), von Hessenmetall und der Organisationsberatung IGS zeigt. Doch Nachholbedarf bei der Weiterbildung ist offenbar vorhanden, und auch die Zielgruppe der Älteren wird trotz zunehmenden Fachkräftemangels noch nicht wirklich erreicht. Auch das zeigt die Umfrage. Ein Teilnehmer formulierte es so: „Die Seminare sind zu theoretisch, das Gelehrte ist sehr realitätsfremd und lässt sich im beruflichen Alltag kaum umsetzen.“ Ein weiteres Problem: „Die Schulenden sind oft sehr jung oder lange aus dem Arbeitsprozess raus.“

„Da auf Dauer jeder Arbeitnehmer bis 67 an Bord bleiben soll, wird die laufende Weiterbildung noch viel entscheidender werden, sich aber auch deutlich verbessern müssen“, lautet das Fazit der Initiatoren, FR-Chefredakteur Rouven Schellenberger, IGS-Geschäftsführer Markus Schmitz, Charlotte Venema (VhU) und Ulrich von Lampe (Wirtschaftsmagazin Aktiv).

Eine Mehrheit der Arbeitnehmer fühlt sich durch die Angebote in ihren Unternehmen nicht angesprochen, während gleichzeitig mehr als 80 Prozent von ihnen überzeugt sind, dass Weiterbildung ein geeignetes Instrument zur Fachkräftesicherung ist. „Überrascht hat uns, dass vor allem bei der Arbeit selbst gelernt wird“, sagt Charlotte Venema (siehe Interview). Erfreulich sei, dass immerhin mehr als 70 Prozent der Teilnehmer sagen, sie hätten in den vergangenen fünf Jahren etwas Neues dazugelernt.

Die Umfrageergebnisse können auf den Websites fr-online.de/weiterbildungsumfrage, igs-beratung.de/service/Studien, vhu.de, und unter aktiv-online.info/umfrage heruntergeladen werden. Knapp 600 Arbeitnehmer haben an der im April gestarteten Umfrage „Weiterbildung in deutschen Unternehmen“ teilgenommen.
Dass Weiterbildung nicht alles ist, ist aber auch klar. „Man muss die Mitarbeiter fair behandeln, denn wer innerlich gekündigt hat, dem bringen auch Weiterbildungsangebote nichts“, sagt ein Teilnehmer.

Autor:  Peter Hanack
Datum:  6 | 10 | 2011
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