Frankfurt/Main. Die Schülervertretung der Stadt Frankfurt hat sich vom Unterrichtsboykott in mehreren hessischen Städten distanziert. Die Organisationen vertreten nach Ansicht von Stadtschulsprecher Eric-Jan Krausch "nicht die nötige Mehrheit, um einen Streik auszurufen".
"Wo kommt das schon vor, dass eine Minderheit die Mehrheit regiert?", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung. Initiator des Protests in Frankfurt ist stattdessen das "Jugendbündnis Frankfurt/Offenbach", die von stramm linken und teils linksextremistischen Gruppen dominiert wird.
Die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) verbreitet nach Erkentnissen der hessischen Verfassungsschützer ein "sozialistisches Klassenbewusstsein" unter Jugendlichen und pflege enge Verbindungen zur Deutschen Kommunistischen Partei (DKP). Die Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DIDF), deren Jugendorganisation in Frankfurt ebenfalls zum "Schulstreik" aufgerufen hat, wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz als türkische linksextremistische Organisation geführt. Weitere Initiatoren sind die Jugend- und Studentenverbände der Linkspartei, "Linksjugend ¦'solidí" und "Die Linke.SDS", sowie die Gruppen "Revolution Frankfurt" und "Protest Frankfurt".
Rund 400 Schüler sind in Frankfurt dem Aufruf auf einen Unterrichtsboykott gefolgt und haben am Mittwochmorgen mit drei Demonstrationszügen in die Innenstadt den Berufsverkehr behindert. Wie die Polizei berichtete, verlief die Aktion vonseiten der Schüler ruhig.
Der Protest richtet sich nach Angaben der Landesschülervertretung vor allem gegen die Schulzeitverkürzung bis zum Abitur (G8) und das dreigliedrige Schulsystem. Die Schüler forderten zudem kleinere Klassen, mehr Lehrer und mehr Mitbestimmung für die Schüler im Schulalltag. Die Aktion ist Teil eines "Bundesweiten Schulstreiks". Auch in Kassel, Gießen, Frankenberg und Bad Wildungen waren die Schüler aufgefordert, auf die Straße zu gehen. (dpa)

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