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Schüler-Wettbewerb: Ein klares Konzept

Seit 60 Jahren wird kontrovers über den Bau einer Rheinbrücke debattiert. Beim Schüler-Wettbewerb beißen die Fürsprecher bei den Elftklässlern auf Granit. Von Franziska Dallinger

Die Brücke erscheint futuristisch, ein Projekt der Zukunft wird sie wohl nicht werden.
Die Brücke erscheint futuristisch, ein Projekt der Zukunft wird sie wohl nicht werden.
Foto: ddp

Seit 60 Jahren wird kontrovers über den Bau einer Rheinbrücke debattiert. Die drei Schüler der Internatsschule Schloss Hansenberg haben nicht so lange gebraucht, um zu ihrem Fazit zu kommen: Die Rheinbrücke zwischen Bingen und Rüdesheim sollte nicht gebaut werden.

Wie aufgeladen die Stimmung ist, zeigten die Beiträge der Diskutanten aus Politik, Naturschutz und Wirtschaft. Auf Grundlage der Präsentation, mit dem die drei Elftklässler Patrick Agte, Tobias Hofmann und Bernhard von Mutius, den Oberstufen-Wettbewerb von Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) und Frankfurter Rundschau gewonnen hatten, wurde im Schloss Hansenberg heftig debattiert.

Bereits 1918 verband eine Brücke die Ufer von Rüdesheim und Bingen, die 1945 von der Wehrmacht zerstört wurde, um das Vorrücken der Alliierten zu stoppen. An derselben Stelle soll nun nach Meinung einiger Bürger und Politiker eine neue Brücke gebaut werden. Eine Mediation wie zum Flughafenausbau gab es nicht. Gestritten wird aber über ähnliche Themen. Da stehen sich umweltpolitische und wirtschaftliche Erwägungen gegenüber. Tatsächlich müssen, sofern die Fähren als Transportmittel ausfallen, Umwege von rund 70 Km in Kauf genommen werden, um vom einen Ufer zum anderen zu gelangen. "Ein zentraler Aspekt, der für den Bau der Brücke spricht, ist die derzeitige, für die wirtschaftliche Entwicklung hinderliche Infrastruktur", sagt CDU-Landtagsabgeordneter Hans-Peter Seyffardt

Doch die Fürsprecher der Brücke beißen, zumindest bei den Schülern, auf Granit. Den Fährbetrieb auszuweiten, wäre kostengünstiger und gewährleiste im gleichen Maße die Erreichbarkeit der beiden Ufer, argumentieren sie. Der Aspekt der reinen Bequemlichkeit ist auch für die Mehrheit der Diskutanten nicht überzeugend. "Es leuchtet mir nicht ein, warum wir in die schönsten Landschaften Brücken bauen müssen," so Mathias Wagner, Landtagsabgeordneter von den Grünen.

Dass es nach Meinung der Befürworter des Brückenbaus zu einer CO2-Ersparnis komme, da Umwege eingespart würden, dieses Argument lässt Helga Schmadel vom Kreisverband Rheinhessen nicht gelten: "Die Ersparnis wäre größer, wenn der Fährbetrieb ausgedehnt werden würde und so noch mehr Menschen die Fähre als Transportsystem nutzen könnten", meint sie.

Den positiven Einfluss, den ein Brückenbau auf die Entwicklung der Wirtschaft haben könnte, bezweifeln die Schüler. Die Brücke würde die Wirtschaftlichkeit der Fährbetriebe gefährden und somit Arbeitsplätze kosten: Punkt, fertig aus und Ende der Diskussion. So mancher Politiker könnte sich von der Kürze und Schärfe der Argumentation dieser Drei etwas abschneiden.

Autor:  Franziska Dallinger
Datum:  25 | 6 | 2009
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