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02. Juni 2015

Schulen in Hessen: Sturm gegen Lehrer-Umverteilung

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Lehrer sollen in Hessen umverteilt werden. Das empört die Eltern. (Symbolbild)  Foto: Heiko Wolfraum/dpa

Hessens Landesregierung will Lehrer von Gymnasien und Grundschulen abziehen und für Ganztagsangebote, Inklusion und sozial benachteiligte Schüler einsetzen. Dagegen laufen Verbände, Eltern und Schüler Sturm. Schon 9000 Menschen haben eine Petition dagegen unterschrieben.

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Der Protest gegen die geplanten Stellenkürzungen an gymnasialen Oberstufen und gegen die Umwidmung von Stellen an Grundschulen wächst. Bereits mehr als 9000 Menschen haben die Online-Petition dagegen unterzeichnet, die unter anderem von der stellvertretenden Landesschülersprecherin Svenja Appuhn ins Netz gestellt worden war.

Personalräte in mehreren Schulamtsbezirken wehren sich ebenfalls gegen den Regierungsplan. Am Dienstag erhöhten der Landeselternbeirat, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie der Verband Bildung und Erziehung (VBE) den Druck. Sie machten ihre Teilnahme an der Abschlusssitzung des hessischen Bildungsgipfels von einer Rücknahme dieser Pläne abhängig.

Die Landesschülervertretung äußerte sich ebenso empört, will aber an ihrer Teilnahme am Gipfel festhalten. „Wir verstehen nicht, warum jetzt dieses Signal gesetzt wird, wo doch Schulfrieden das Ziel ist“, sagte die Kronberger Schülerin Appuhn.

„Abhängig von Postleitzahl“

Insgesamt geht es nach GEW-Berechnungen um ein Minus von 160 Stellen an Oberstufen und um eine Umverteilung von 140 Stellen an den Grundschulen. Der FDP-Abgeordnete Wolfgang Greilich spricht von 300 Stellen allein an Gymnasien, wobei diese Zahl nicht im ersten Jahr, sondern erst in den folgenden erreicht werde.

Verlierer seien insbesondere die Schulen im ländlichen Raum, betonte der VBE-Landesvorsitzende Stefan Weppelmann. Sie würden stärker getroffen, da die Zuweisung für kleinere Klassen reduziert werde. So hingen die Chancen nicht nur von der sozialen Herkunft ab, sondern „auch von der Postleitzahl“.

Die schwarz-grüne Regierung will zusätzliche Lehrkräfte für Ganztagsangebote, für Inklusion, für sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler sowie für Flüchtlingskinder einsetzen. Die fehlenden Stellen sollen durch Kürzungen der Zuweisung an gymnasialen Oberstufen sowie an Grundschulen gewonnen werden.

Die schwarz-grüne Koalition rechtfertigte ihre Pläne. „Ich halte es für völlig vertretbar, dass die absoluten Gewinner unseres Schulsystems in der Oberstufe eine etwas geringere Lehrerzuweisung bekommen und dafür diejenigen besser gefördert werden können, die sonst wenige oder keine Chancen hätten“, kommentierte Grünen-Fraktionschef Mathias Wagner. „Ohne diese Förderung werden diese Schülerinnen und Schüler nicht einmal ansatzweise die Möglichkeit haben, eine Oberstufe überhaupt von innen zu sehen“, fügte er hinzu.

Der CDU-Bildungspolitiker Armin Schwarz trat der Forderung entgegen, dass Stellenkürzungen zurückgenommen werden müssten. „Es können keine Stellenkürzungen zurückgenommen werden, weil es im Bildungssystem keine Stellenkürzungen gibt“, sagte Schwarz. Es müsse aber immer gesehen werden, wo Personal optimal eingesetzt werde.

Der Sprecher von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) wies die Beschwerde der Verbände zurück, wonach er die Zuweisungspläne beim Bildungsgipfel hätte ansprechen sollen. Es sei „eine illusorische Vorstellung“, dass alle Themen der aktuellen Schulpolitik beim Bildungsgipfel behandelt werden könnten.

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