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Schulstreik: "Viele haben Angst vor Repressionen"

Olaf Matthes will mit dem Schulstreik am 12. November Druck aufbauen. Im FR-Interview erzählt er wie.

Olaf Matthes (23, Student) gehört der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) an. Die SDAJ ist Teil des Frankfurter Jugendbündnisses, das den Schulstreik organisiert. Drei Demonstrationszüge eines Sternmarsches treffen am 12. November 2008 um 10 Uhr an der Konstablerwache ein.
Olaf Matthes (23, Student) gehört der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) an. Die SDAJ ist Teil des "Frankfurter Jugendbündnisses", das den Schulstreik organisiert. Drei Demonstrationszüge eines Sternmarsches treffen am 12. November 2008 um 10 Uhr an der Konstablerwache ein.
Foto: Privat

Wie liefen in Frankfurt die Vorbereitungen für den heutigen bundesweiten Schulstreik?

Wir hatten am Samstag ein letztes Organisationstreffen mit etwa 50 aktiven Leuten, die rund 20 Schulen vertreten. Mit ihnen haben wir diskutiert, wie man die letzten Tage vor dem Streik noch nutzen kann. Insgesamt sieht es in Frankfurt relativ gut aus. Ähnliches habe ich auch aus den anderen Städten gehört. Wir sind gespannt, was sich heute tun wird.

Zur Person

Olaf Matthes(23, Student) gehört der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) an.

Die SDAJ ist Teil des "Frankfurter Jugendbündnisses", das den Schulstreik organisiert. Drei Demonstrationszüge eines Sternmarsches treffen heute um 10 Uhr an der Konstablerwache ein.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Schulen?

Bei den Schülern treffen wir mit unseren Forderungen auf sehr große Zustimmung. Die meisten sind etwa der Auffassung, dass die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems und von G 8 richtig ist. Schwieriger ist die Mobilisierung, weil sehr viele Schüler Angst vor Repressionen durch die Schulleitung haben, zum Beispiel in Form unentschuldigter Fehlstunden. Manche Schulleiter nutzen diese Stimmung aus und drohen den Schülern.

Ist das an der Mehrheit der Schulen so oder gibt es auch kooperative Schulleiter?

Es gibt Schulleitungen, die mit uns zusammenarbeiten, auch indem sie sagen: Wenn die Teilnahme an der Demonstration von den Eltern entschuldigt wird, dann akzeptieren wir das. Auf der anderen Seite sagen manche Schulleiter den Schülern: Völlig egal wie, ihr werdet nicht entschuldigt.

Auf Schülerseite hat sich der Frankfurter Stadtschülerrat von dem Streik distanziert.

Der Stadtschülerrat hatte zwischenzeitlich die Unterstützung beschlossen und dann wieder rückgängig gemacht. Schwierigkeiten mit der Legitimation an den Schulen haben wir dennoch nicht, weil wir bei den Schülern inhaltlich auf Zustimmung stoßen. Natürlich ist die Angst vor Strafen trotzdem da. Die können wir nicht wegdiskutieren.

Wie geht es weiter, wenn der Streiktag vorüber ist?

Für uns geht es darum, öffentlichen Druck aufzubauen. Allerdings ist mir auch klar, dass dieser Druck, der von diesem einen Demonstrationstag ausgeht, sicher nicht ausreichen wird, um grundlegend etwas am Schulsystem zu ändern. Nach dem Streik müssen wir in den Schulen darüber diskutieren, wie wir weitermachen können. Und welche Möglichkeiten wir für neue Aktionen haben, die uns so stark machen, dass wir in Zukunft nicht mehr so leicht ignoriert werden können.

Interview: Sebastian Amaral Anders

Datum:  11 | 11 | 2008
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