Am Tag nach der Entscheidung für die Erweiterung des Museums der Weltkulturen im Museumspark ist gleich von einem Zerwürfnis die Rede. Doch Felix Semmelroth will sich nicht zu personellen Fragen äußern. Auch über sein Verhältnis zur Leiterin des Museums sagt der Stadtrat kein Wort. Und doch ist für den feinfühligen Beobachter klar: Zwischen Semmelroth und Anette Rein stimmt die Chemie nicht. Das Verhältnis, so berichtet man in der Kulturszene, sei von Anfang an kein gutes gewesen. Die Diskussionen der vergangenen Monate über den künftigen Standort eines erweiterten Museums der Weltkulturen hätten diese Angelegenheit zwischen Museumsleitung und Dezernatsspitze nicht einfacher gemacht.
In der Sitzung des Kulturausschusses am Donnerstag hielt der Kulturdezernent dem Museum der Weltkulturen einen "euphorisierenden Umgang mit den Besucherzahlen" vor. So seien in die Statistik für das erste Halbjahr 2008 rund 56 000 Besucher einer Ausstellung im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen eingerechnet worden. An dieser Ausstellung mit dem Titel "Hautzeichen" hatten sich die Frankfurter mit "Beispielen aus der Ethnologie" beteiligt. Ferner, so Semmelroth, habe die Museumsleitung Besucher des Museumsuferfestes in die Zahlen mit eingerechnet.
Die SPD-Stadtverordnete Renate Wolter-Brandecker hatte diese Statistik in Zweifel gezogen. Nach den veröffentlichten Zahlen hätte das Museum der Weltkulturen bei den Besuchen im ersten Halbjahr 2008 gegenüber dem gleichen Zeitraum 2007 einen Sprung von immerhin rund 32 000 auf etwas mehr als 81 000 gemacht.
Die Amtsleiterin selbst ist am Tag danach nicht zu erreichen. Erst Mitte kommender Woche, heißt es, werde sie an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. clau/ing

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