Bischof Heinz Josef Algermissen will eine intensive Aufarbeitung des Missbrauchsskandals im Bistum Fulda. In jedem betroffenen Bezirk der katholischen Kirche Deutschlands sei "lückenlose Aufklärung und uneingeschränkte Transparenz" nötig. "Daran und an zukünftiger Prävention arbeiten wir auch im Bistum Fulda", sagte der Oberhirte am Montag zwei Tage nach der Veröffentlichung des Hirtenbriefs von Papst Benedikt XVI..
Im Bistum Fulda sind bislang mehr als ein halbes Dutzend Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch bekanntgeworden. Im Hirtenbrief des Kirchenoberhauptes würde eine "bittere Wahrheit offen ausgesprochen", befand Algermissen. Das sei "schmerzlich, aber auch befreiend".
Der Brief des Papstes sei "zur rechten Zeit" erschienen. Der Oberhirte des Bistums Fulda sagte: "Er wird ein wesentlicher zusätzlicher Impuls sein, die Kirche zu Läuterung, Buße und gründlicher Reinigung zu bringen, auf dass neues Vertrauen möglich wird."
In dem mit Hirtenbrief an die Katholiken in Irland warf der Papst irischen Bischöfen schwere Fehler vor. Die deutschen Fälle von sexuellem Missbrauch unter dem Dach der katholischen Kirche hatte Papst Benedikt XVI. dabei aber nicht erwähnt.
Algermissen befand jedoch, das die Botschaft auch eindeutig an Deutschland gerichtet sei. (dpa)

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