Im Dezember wehte ein Hauch tropischer Hitze durch den verschneiten Frankfurter Winter. Rund 2000 Besucher feierten am 17. Dezember die Weltpremiere der Akrobatikshow "India". In der einem Maharadscha-Palast nachempfundenen Zeltstadt vermittelten Artisten und Musiker Elemente der indischen Kultur. Nach "Afrika, Afrika" sollte die Zirkusrevue der nächste Erfolg des Produzenten Matthias Hoffmann und seiner Prime Time Entertainment AG werden. Hoffmann sprach von einem "großartigen Auftakt unserer Welttournee".
Nur knapp zwei Monate später steht die Show offenbar vor dem Aus. Der Veranstalter aus Mörfelden-Walldorf hat am Mittwoch beim Amtsgericht Darmstadt einen Insolvenzantrag gestellt. Der vorläufige Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner von der Kanzlei Brinkmann & Partner führe derzeit erste Gespräche, um die Situation zu prüfen, sagte sein Sprecher Sebastian Brunner der FR. Betroffen seien etwa zehn Mitarbeiter am Unternehmenssitz, sowie weitere 40 Festangestellte im Showbetrieb. Ziel sei die Unternehmenssanierung. Deren Erfolgschancen seien allerdings noch nicht abzuschätzen, so Brunner. Der Showbetrieb sei bis auf weiteres eingestellt.
Die Verbraucherzentrale rät Kunden, sich an den Insolvenzverwalter zu wenden, um zu klären, ob erworbene Tickets zurückerstattet werden können.
Forderungen sollten schriftlich angemeldet werden. Die Kanzlei Brinkmann & Partner nimmt Forderungen online unter www.brinkmann-partner.de ("Insolvenzen") entgegen. Bei Rück-fragen ist das Frankfurter Büro unter Tel. 069/9623340 zu erreichen. (msa)
Bereits Anfang der Woche war das "India"-Gastspiel in Hamburg vorzeitig beendet worden. Auch die weiteren Tourtermine wurden abgesagt. Schuld seien die anhaltend schlechten Wetterbedingungen, meldete Prime Time auf seiner Homepage. Aufgrund von Schnee und Kälte seien die Besucherzahlen eingebrochen. "Der notwendige Kostendeckungsbetrag konnte durch den Ticketverkauf nicht mehr erzielt werden."
Matthias Hoffmann hatte die Prime Time Entertainment AG im Jahr 2007 gegründet, um seine Show-Produktionen zu bündeln. Dazu gehörte zuletzt neben "India" und "Afrika, Afrika" auch die Kochrevue "Palazzo". Nach eigenen Angaben investierte Hoffmann rund sieben Millionen Euro in die neue Show "India".

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