Über die FDP kann sich Helmut Heuser manchmal richtig ärgern. Wider besseren Wissens, sagt der CDU-Stadtverordnete dann, verbreiteten die Freidemokraten die Legende, eine Untertunnelung der A-Strecke für die Linien 1, 2 und 3 der U-Bahnen sei möglich, wenn man nur die richtige Rechnung aufmachen und somit Mittel des Bundes für dieses auf 350 Millionen Euro geschätzte Projekt locker machen könnte.
Kann man aber nicht, setzt Heuser hinzu, und deswegen sei das Gerede von einem Tunnel, der in Eschersheim anfange und schließlich bis zur Haltestelle Dornbusch gebaut werde, "nichts anderes als Populismus". Dabei wüssten die parlamentarischen Kollegen aus der FDP-Fraktion im Römer nur zu gut, dass sich die Stadt ein solches Projekt allein nicht vornehmen könne. Also würde er sich statt Populismus mehr Pragmatismus wünschen.
Mindestens 31 Menschen sind in den mehr als 41 Jahren, in denen die A-Strecke der Frankfurter U-Bahn offen ist, entlang der Eschersheimer Landstraße gestorben. Zuletzt kam eine 54 Jahre alte Frau ums Leben. Sie wurde am Lindenbaum von einer U-Bahn erfasst.
Die Diskussion über eine Untertunnelung der Strecke setzt nach jedem Unglück wieder ein. Für CDU und Grüne als aktuelle Koalitionspartner im Stadtparlament kommt ein solches Projekt allerdings ebenso wenig in Frage wie für die Fraktion der SPD. Alle drei Parteien bringen Kostengründe als Argumente dafür an, von einem solchen Projekt nicht viel zu halten.
Mindestens 300 Millionen Euro würde einer Expertise zufolge die Untertunnelung der Strecke kosten. Augenblicklich fährt die U-Bahn nach der Haltetselle Dornbusch in den Tunnel. (ing)
Gemeinsam mit Angela Hanisch. Wie Heuser für die CDU kümmert sich Hanisch für die Grünen um verkehrspolitische Fragen. Zusammen nehmen sie sich jetzt die Eschersheimer Landstraße vor. Aus gegebenem Anlass: Erst vor wenigen Tagen hat es zwischen Alleenring und Eschersheim das 31. Todesopfer gegeben.
Weil die Eschersheimer Landstraße "ein erhebliches Gefahrenpotenzial für Fußgänger" berge, schlagen die Verkehrspolitiker der schwarz-grünen Koalition vor, gemeinsam mit den Verkehrsbetrieben etwa zu unternehmen, um die Gefahren für Schüler auf dem Weg zur Berufsschüler und für Pendler auf der Strecke zur Arbeit zu minimieren. Deswegen gelte es zu prüfen, ob weitere Schranken angebracht werden könnten, großflächige Blinklichter als Warnung vor der U-Bahnen hilfreich seien, Zeitanzeigen für das Warten auf das Grünsignal der Fußgängerampel von Nutzen sein könnten und akustische Signale den Überweg über die Pendlerstrecke erleichtern würden.
Bahnen bleiben schnell
Man sollte sich nichts vormachen, zeigen sich Hanisch und Heuser überzeugt: Sichtbehinderungen durch Werbung seien bereits beseitigt, Verkehrsampeln für Fußgänger tiefer gehängt worden. "Trotz dieser richtigen Verbesserungen hat der jüngste Unfall am Lindenbaum gezeigt, dass weitere Maßnahmen getroffen werden sollten", zeigen sich die Römer-Koalitionäre überzeugt. Was aber bestimmt nicht gehe, sei ein Vermindern der Fahrgeschwindigkeit der U-Bahnen: Angesichts der Bedeutung einer kurzen Reisezeit für die Attraktivität des Öffentlichen Nahverkehr komme eine Herabsetzung des Tempos nicht in Frage. Zumal sich damit der Bremsweg der U-Bahnen nur unwesentlich verkürzen ließe. "Ein Ansatz zur Verbesserung der Verkehrssicherheit" lasse sich auf die Weise nicht schaffen, bemerkt Heuser.
Der CDU-Politiker räumt ein, dass man "dem Autoverkehr sicherlich etwas nehmen könnte, um das Queren auf der Eschersheimer Landstraße für Fußgänger attraktiver zu machen". Um den Bahnen der Linie 1, 2 und 3 allerdings eine zügige Fahrt in Richtung Innenstadt oder umgekehrt in den Norden der Stadt möglich zu machen, brauche man die Rotphasen für die Fußgänger, die die Mitte der Einfallstraße passieren wollten.

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