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Sicherheit in Bus und Bahn: Mehr Ansprechpartner für die Fahrgäste

Das Verkehrsdezernat hat entschieden, die Fahrer in Bussen und Bahnen zu schulen. Dabei orientiert sich Frankfurt an Hannover. DAmit wollen CDU-Chef Rhein und Dezernent Sikorski die Sicherheit in Bus und Bahn erhöhen.

In den S-Bahnen fahren bereits Sicherheitsmänner ab 21 Uhr in jedem ersten Wagen mit. Nun soll das auch in den Frankfurter U-Bahnen eingerichtet werden.
In den S-Bahnen fahren bereits Sicherheitsmänner ab 21 Uhr in jedem ersten Wagen mit. Nun soll das auch in den Frankfurter U-Bahnen eingerichtet werden.
Foto: dpa

Nach den jüngsten Schlägereien in den U-Bahnen der Linien 1, 2, und 3 will sich die Politik jetzt des Themas annehmen. Da müsse recht bald mehr passieren, stellte der CDU-Politiker Boris Rhein im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau in Aussicht. Rhein ist Vorsitzender seiner Partei in Frankfurt und wirkt im Augenblick auch als Staatsekretär im Hessischen Innenministerium.

Bei diesem Thema "werden Alle gefragt sein", sagte Rhein: die Polizei, aber auch der Verkehrsträger, die Frankfurter Verkehrsgesellschaft VGF. Es gehe darum, den Bürgern deutlich zu machen, dass "der öffentliche Nahverkehr kein Angstraum ist, sondern ein sicherer Raum". Gleichzeitig stelle sich die Frage, wie weit man eigentlich "mit der Video-Vollausstattung an den U-Bahn-Stationen ist". Das werde mit einem Konzept einhergehen, "welche Sicherheitsmaßnahmen die Polizei zusätzlich um das Gebiet der VGF ergreift". Er stelle sich "einen breiten Maßnahmenkatalog" vor, um den Bürgern das Gefühl zu geben: Wer die U-Bahn nutze, müsse sich keine Sorgen machen.

Eine mögliche Renaissance des Schaffners hält Rhein für "exakt den richtigen Weg". In der Vergangenheit hätten sich Politik und Betreiber des Öffentlichen Nahverkehrs "viel zu sehr auf die Technik verlassen", inzwischen zeige sich allerdings: "Die Menschen verlangen nach Ansprechpartnern." In den vergangenen Jahren sei es immer auch darum gegangen, Kosten zu senken, gibt Rhein zu bedenken. Jetzt zeige sich aber: Die öffentliche Hand müsse "doppelt und dreifach drauflegen", um die Sicherheit in Busse und Bahnen garantieren zu können.

Das Verkehrsdezernat hat entschieden, die Fahrer in Bussen und Bahnen zu schulen. "Das macht die Verkehrsgesellschaft jetzt", sagte Dezernent Lutz Sikorski (Grüne) am Mittwoch der FR. Frankfurt orientiert sich dabei an der Region Hannover, wo das Fahrpersonal schon seit Jahren in Kommunikation und Deeskalation qualifiziert wird. Bei der VGF war das bislang nicht der Fall.

Sikorski bekräftigte seine Aussage, dass es eine falsche Entscheidung gewesen sei, auf Schaffner in Bussen und Bahnen zu verzichten. "Es ist ein Irrtum, zu glauben, man kann mit Technik den Betrieb schneller machen, das Wohlgefühl der Kundschaft verbessern und die Sicherheit erhöhen", sagte Sikorski. Da bleibe am Ende die Einsicht, dass "wir mehr Menschen in den Bahnen brauchen". Die Technik wirke nie präventiv und könne bei Übergriffen die Aufklärung erleichtern und im Einzelfall auch abschrecken. Das aber könne keine Menschen ersetzen.

Sikorski kritisiert, dass bei der Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs zwar Haltestellen, Wagen und Elektronik von Bund und Land mitfinanziert werden, nicht aber Personal. "Da gibt es keinen Cent, und das ist eine bittere Entwicklung, die vor Jahren eingesetzt hat."

Dass die Stadt mehr Personal im ÖPNV wird beschäftigen müssen, steht für Sikorski außer Frage. "Das wird am Ende einer langen Diskussion alternativlos sein, davon bin ich überzeugt." Das seien Kosten, die die Allgemeinheit werde aufbringen müssen, wenn man im 21. Jahrhundert Mobilität für alle herstellen wolle. Sikorski empfiehlt, das Thema Sicherheit aus dem Kommunalwahlkampf herauszuhalten.

Autor:  Matthias Arning und Jürgen Schultheis
Datum:  11 | 3 | 2010
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