Ursula Ellerkamp ist von Anfang an dabei. Seit 34 Jahren schon. Damals kam sie mit ihren Eltern. Und so ist sie dort aufgewachsen, wo später dann auch ihre Kinder gespielt haben. Ursula Ellerkamp hat sechs Kinder. Die sind zwischen 14 und 23 Jahre alt, und sicherlich, sagt die couragierte Frau am Donnerstag, sei es manchmal in der 92 Quadratmeter großen Vier-Zimmer-Wohnung etwas beengt. Aber sie wolle unbedingt bleiben. Klar, sagt sie, manches müsse sich im Mainfeld ändern, und doch gebe es eine gute Nachbarschaft, die sie nicht missen wolle. Deswegen stehe für sie auch fest: Aus den Hochhäusern in Niederrad will sie nicht weg.
Für Ursula Ellerkamp ist das eine Herzensangelegenheit. Für Margret Gerdemann, noch so eine Erstbezieherin der Siedlung Im Mainfeld, gilt das ebenso. Ein Umzug kommt für die alte Dame gar nicht in Frage. Da könne die Wohnheim noch so gute Alternativen anbieten. In der benachbarten Bürostadt zu wohnen, das könne sie sich nicht vorstellen.
Ursula Ellerkamp und Margret Gerdemann gehören zu den Anwohnern des Mainfelds, die von Irritationen geplagt sind. Das hängt damit zusammen, dass in dem Niederräder Quartier inzwischen so manches durcheinander geht. Zunächst hatten im vorigen Jahr die örtlichen Kirchengemeinden die Idee, die Anwohner des gesamten Stadtteils sollten sich doch Gedanken über die Zukunft zu machen - über die Gestaltung von Plätzen, über die Wege durch Niederrad und über das künftige Wohnen.
Eine andere Mischung
Mitten in ihre ersten Diskussionen, zumindest stellt sich das heute für die Anwohner so dar, platzten die Überlegungen, die bei der Wohnheim-Mutter ABG Holding, der städtischen Wohnungsgesellschaft, angestellt wurden: Die Hochhäuser aus der Mitte der 70er Jahre sollen zum Teil abgetragen, auf jeden Fall aber energieeffizient saniert werden. Verloren gehen sollte nichts, deshalb wollen die Wohnungsmanager weiter zum Main hin niedrigere Wohnhäuser errichten. Damit, so hofft man bei der ABG, könnte sich auch eine andere Mischung der Bevölkerung in diesem Viertel ergeben.
Dagegen ist aus Sicht der Anwohner, die sich am Donnerstag gegen ein negatives Image ihres Mainfeldes zur Wehr setzen, gar nichts zu sagen. Wenn künftig "nicht mehr Junkies neben Familien" und "Bewohner mit anderen Suchtproblemen besser in der Therapie landen", dann wäre das durchaus in ihrem Sinne.
Auf jeden Fall, das unterstreicht die gleichfalls seit Jahrzehnten im Mainfeld beheimatete Ute Kampschulte, werde man jetzt eine Bürgerinitiative gründen, um der ABG "die Stirn zu bieten" und deutlich zu machen: Die Hochhäuser sollen saniert, Videokameras in den Eingängen installiert werden - "wir aber", darauf besteht Ute Kampschulte, "wir bleiben hier."

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