Ein "eher unterdurchschnittliches Silvester" sei das dieses Jahr gewesen, sagt Frankfurts Polizeisprecher Manfred Füllhardt - sprich: ein aus Polizeisicht ruhiger Arbeitsabend. Nicht nur in Frankfurt. Die Hessen haben überwiegend friedlich ins neue Jahr gefeiert. Dennoch waren Polizei und Feuerwehr im Dauereinsatz. Der wohl härteste Einsatz für die Frankfurter Kollegen ereignete sich gegen 0.15 Uhr auf der Alten Brücke.
Dort war durch eine sogenannte Feuerwerksbatterie ein geparkter Audi in Brand geraten. Die Funkstreife des 1. Reviers wurde von einer etwa 100-köpfigen Gruppe Feiernder empfangen, einige von ihnen warfen Flaschen und Feuerwerkskörper nach den Beamten, die daraufhin Verstärkung riefen.
Eine Polizistin musste später am Knie genäht werden, an den Streifenwagen entstand Schaden von etwa 10.000 Euro. Drei Randalierer wurden festgenommen; sie erwartet nun eine Anzeige wegen Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und Körperverletzung.
Sehr viel schlimmer erwischte es eine 19-Jährige, die gegen 2.10 Uhr bei einem Unfall mit der U7 das linke Bein verlor. Die junge Frau lag vermutlich betrunken auf den Gleisen nahe der Haltestelle Kruppstraße, als der 33-jährige Lokführer die Strecke von der Endhaltestelle Enkheim in Richtung Innenstadt fuhr.
Eine Notbremsung konnte den Unfall nicht mehr verhindern. Die Frau aus Neu-Isenburg wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht. Der Lokführer erlitt einen Schock und musste psychologisch betreut werden.
Randale auch andernorts in Hessen. In Rüdesheim wurde in der Nähe des Schwimmbads eine Telefonzelle gesprengt. Durch die Explosion flog das Dach weg und die Scheiben zerbrachen. Die Polizei vermutet, dass die Täter in der Telefonzelle Feuerwerkskörper gezündet hatten.
In Baunatal im Kreis Kassel geriet ein Fachwerkhaus in Brand, als Ursache wird ebenfalls eine Rakete vermutet. In Rodgau-Niederroden südlich von Frankfurt flog ein Feuerwerkskörper auf den Balkon eines Hauses und setzte mehrere Gegenstände in Brand. Durch die Hitze wurde die Scheibe zur Wohnung zerstört, Ruß beschädigte die Möbel.
In der Silvesternacht wurden mehrere Menschen bei Auseinandersetzungen oder Unfällen verletzt. Einem 18-Jährigen wurde am Bahnhof in Wiesbaden eine Flasche auf den Kopf geschlagen und ein Messer in den Oberkörper gestochen. Der Ablauf der Tat lässt sich nach Angaben eines Polizeisprechers nicht rekonstruieren, da der junge Mann und auch sein Begleiter stark betrunken waren und keine Angaben machen können.
In Groß-Gerau wurde eine junge Frau von einem Polizeiauto angefahren und schwer verletzt. Die Fußgängerin war den Angaben zufolge unvermittelt auf die Straße getreten. Ersten Ermittlungen zufolge stand sie unter Alkoholeinfluss.
In Maintal wurde ein Mann von einem Taxi erfasst. Dabei zog sich der 25-Jährige lebensgefährliche Kopfverletzungen zu.

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