"Hitzefrei" bezeichnet keine bundesweit einheitliche Regelung, sondern kann in einer Betriebsvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat, bezogen auf die jeweilige Firma, vereinbart werden. Es bedeutet, die Arbeitszeit bei hohen Außentemperaturen zu verkürzen. Verkündet wird es, wenn an einem schattig angebrachten Thermometer zu einem bestimmten Zeitpunkt eine festgelegte Außentemperatur erreicht oder überschritten wird.
Die Arbeitsstätten-Richtlinie schreibt lediglich vor: "Die Lufttemperatur in Arbeitsräumen soll 26 Grad Celsius nicht überschreiten. Bei darüber liegender Außentemperatur darf in Ausnahmefällen die Lufttemperatur höher sein." Das bezieht sich allerdings nur auf Temperaturen, die durch den Betrieb selbst erzeugt werden, also etwa Hochöfen.
Hoch "Zadok" bringt die nächste Hitzewelle mit extremer Trockenheit. Für das Wochenende des Finalspiels um die Fußball-WM prognostizieren die Wetterdienste Temperaturen von bis zu 40 Grad und örtliche Gewitter.
Mit Badehose ins Büro dürfen Arbeitnehmer auch bei extremer Hitze nicht - vor allem solche mit Kundenkontakt wie zum Beispiel in einer Bank. Allerdings können Arbeitgeber je nach Betriebsvereinbarung und Arbeitsumfeld gestatten, die Kleiderordnung bei großer Wärme etwas zu lockern.
Die ideale Raumtemperatur ist gesetzlich nicht festgelegt. Männer und Frauen haben meistens ein unterschiedliches Temperaturempfinden.
Beim Ozon muss ein Wert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft erreicht sein, damit die Bevölkerung informiert werden muss. Schwere Arbeit im Freien sollte dann möglichst vermieden werden. Arbeitsschützer raten dazu, dass die Beschäftigung so zu organisieren sei, dass körperlich anstrengende Tätigkeiten morgens erledigt werden. So könne der Arbeitsbeginn eine Stunde vorverlegt werden.
Arbeitspausen in Berufen, die im Freien ausgeübt werden so wie etwa bei Briefträger, Bauarbeiter, Gärtner oder Schornsteinfeger sollten in ihrer Anzahl und Länge der Belastung durch Sommerhitze und hohe Ozonwerte Rechnung tragen. Da bei hohen Ozonwerten das Unfallrisiko steigt, sollten Überstunden an solchen Tagen vermieden werden.
Klimaanlagen erzeugen und halten nach deutscher Definition in einem Raum eine bestimmte Temperatur und Feuchtigkeit, damit eine bestimmte Luftqualität erzeugt und gehalten werden kann. Bei Maschinenräumen und Rechenzentren werden die notwendigen Umgebungsbedingungen für Anlagen und Maschinen hergestellt. Ventilatoren erzeugen einen kühlenden Luftzug und verbrauchen weniger Strom als Klimageräte.
Der Stromverbrauch zum Beispiel in Frankfurt ist nach Angaben des Energieversorgers Mainova ebenso wie der Verbrauch von Gas und Fernwärme während der ersten Hitzewelle und des vielfachen Klimaanlagen-Einsatzes nicht gestiegen. Beim Wasser allerdings stieg der Verbrauch beispielsweise am 2. Juli auf 166.000 Kubikmeter an - im Durchschnitt sind es 130.000 Kubikmeter im Gebiet der Mainova pro Tag.
Jalousien, Rollos und Fensterläden sollten bei Hitze tagsüber geschlossen werden. Wer außen ans Haus einen Sonnenschutz montiert, bewirkt damit, das die Sonnenstrahlen reflektiert werden, bevor sie auf die Scheiben treffen.
Ein Perlator oder Luftsprudler ist in den Duschkopf einzubauen. Das spart Wasser. Werden beim Duschen sonst bis zu 35 Liter pro Minute verbraucht, sind es mit Perlator nur noch bis zu acht Liter Wasser pro Minute. (FR/pms)

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