Kondome und Ballenpolster passen auf den ersten Blick zusammen wie Weihnachtsmann und Osterhase. Weder in der Produktion noch im Verkauf haben beide so recht etwas gemeinsam. Aber das Geld eint. Der findige Geschäftsmann verdient mit beidem gut. Nur eines muss aus Marketingsicht stimmen: die Marke. SSL Healthcare Deutschland mit Stammsitz in Maintal bei Frankfurt vertreibt und vermarktet zwei internationale Marken: Durex und Scholl.
Unter dem Kürzel Durex (englisch, kurz für Durability Reliability Excellence) werden schon seit 80 Jahren Kondome vertrieben. Auch Scholl hat Tradition; seit 1904 werden Produkte zur Fußpflege unter diesem Namen hergestellt. Gründe, sich auf nur einen Produktnamen zu konzentrieren, sieht Volker Sydow, Deutschlandchef von SSL, nicht.
Kondome und Fußpflege seien Nischenmärkte, meint er. Und in diesen Nischen habe SSL viel Potenzial. Durex und Scholl kämen in Deutschland auf Marktanteile von mehr als 30 Prozent, lägen damit weit vor Konkurrenten. In beiden Sparten sei der Konzern also Weltmarktführer, und damit das so bleibt, stellt das Unternehmen fleißig neue Beschäftigte ein. Beim Maintaler Markenexperten, dessen Nettoumsatz in Deutschland bei 35 Millionen Euro liegt, will das Management in ein bis zwei Jahren mehr als 100 Arbeitnehmer beschäftigen. Derzeit stehen 90 Beschäftigte in Lohn und Brot.
Rasantes Wachstum
Seit einigen Jahren wachse das Geschäft rasant, heißt es auch beim Betriebsrat. Es habe einen großen Schritt nach vorne gegeben. 50 neue Arbeitsplätze schuf das Unternehmen, das zum britischen Konzern SSL International mit Sitz in Manchester gehört, seit 2007 in Rhein-Main. Von alten Zeiten ist Scholl meilenweit entfernt. Einst produzierte und verkaufte allein Scholl mit mehr als 1000 Beschäftigten in Frankfurt. Das Unternehmen war mit einer riesigen Fabrik einer der großen Arbeitgeber der Region, bestand schon seit 70 Jahren im Rhein-Main-Gebiet. Für Scholl rentierte sich die Produktion in Deutschland aber bald nicht mehr, und so ist Scholl als eigenständiges Unternehmen heute Geschichte. Einzig die Marke überlebte.
Aber der Blick geht nach vorn. Denn derzeit fährt das Unternehmen reichlich Profite ein mit Umsatzrenditen in zweistelliger prozentualer Größenordnung. "Wir gehen stärker aus der Krise heraus als hinein", sagt Sydow. Im laufenden Geschäftsjahr sei SSL Deutschland von der Flaute nicht betroffen. Die Märkte für Scholl- und Durex würden noch wachsen; damit das so bleibt, stocke SSL Deutschland weiter die Werbebudgets auf. Auch den Vertrieb bauten die Maintaler aus: Mehr als 25 Außendienstler arbeiten allein für den Apotheken- und Schuhvertrieb. Zudem entwickele das Unternehmen neue Ideen. Am besten von seinen Produkten gefallen Sydow Ballenpolster für Nachtschwärmer. Nach durchtanzter Nacht schmerzten mit den Einlagekissen die Fußballen nicht mehr, versichert er. Auch Anti-Hornhautmittel für die Füße vertreibt SSL unter der Marke Scholl.

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