kalaydo.de Anzeigen

Schülerarmut: Staat soll Schulbus bezahlen

Die hessische Opposition ist sich im Ziel, ärmere Kinder zu unterstützen, einig, schlägt aber unterschiedliche Modelle vor.

Gerade für Kinder aus ländlichen Regionen ist die Fahrt zur weiterführenden Schule teuer.
Gerade für Kinder aus ländlichen Regionen ist die Fahrt zur weiterführenden Schule teuer.
Foto: Monika Müller

here Schulbildung soll nach Ansicht der hessischen Opposition nicht an den Kosten für Busse oder Bahnen scheitern. Dafür sprachen sich SPD, Grüne und Linke am Donnerstag in Wiesbaden aus. Alle schlugen jedoch unterschiedliche Wege zur Lösung vor.

Die SPD schlug vor, armen Familien mit Schulkindern einen pauschalen Zuschuss von 50 bis 100 Euro im Monat zu zahlen. Das Geld soll vom Land kommen. Die Sozialdemokraten nennen ihr Modell deshalb „Hafög“ (Hessisches Ausbildungsförderungsgesetz) – angelehnt an das bundesweite Bafög für Schüler und Studenten. Während das Bafög nur für Schüler gezahlt werde, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, solle das Hafög die anderen erreichen.

„Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen“, sagte die SPD-Schulpolitikerin Heike Habermann. Das Hafög soll Mädchen und Jungen zukommen, die in Haushalten mit weniger als 2000 Euro Nettoeinkommen leben, wenn sie Einzelkinder sind – oder 2500 Euro Einkommen bei zwei Kindern. Die SPD will damit nicht nur die Beförderungskosten decken, sondern auch andere Schulausgaben wie Fachbücher, Taschenrechner oder Kopierkosten.

Grüne und Linke beschränken sich in ihren Vorstößen dagegen auf die Frage, wie Kinder ihre Beförderung bezahlt bekommen. Die Grünen setzen dabei auf eine rasche Initiative Hessens im Bundesrat. Da auf Bundesebene ohnehin darüber diskutiert werde, wie Kinder aus Hartz-IV-Familien bei der Bildung unterstützt werden könnten, müssen das Problem der Schulwegkosten gleich mit gelöst werden, sagte der Grünen-Bildungspolitiker Mathias Wagner. Angesichts der Diskussion über Bildungs-Gutscheine oder -Chipkarten warnte er davor, „dass am Ende Musikschulen am Nachmittag bezahlt werden, der Weg zur Oberschule aber nicht“.

Grüne wollen Geld vom Bund

Der Antrag der Grünen sieht vor, dass Hartz-Familien die Kosten für den Schulweg mit Bus oder Bahn in voller Höhe erstattet bekommen. Eine Pauschale, wie sie von der SPD vorgeschlagen wird, lehnen die Grünen ab. Sie werben bei den anderen Parteien auch mit dem Argument, dass nach ihrem Vorschlag der Bund zahlen müsste – und eben nicht das Land Hessen oder die Gemeinden.

Am meisten Geld würde fließen, wenn der Vorschlag der Linken umgesetzt würde. Sie fordern, dass das Land generell alle Beförderungskosten für Schüler übernehmen müsse – also nicht nur für Kinder aus bedürftigen Familien. Auch die SPD hatte nach den Worten von Heike Habermann ein solches Modell erwogen, war aber wegen der Kosten für das Land davor zurückgeschreckt.

Nach ihren Angaben wäre „eine hohe zweistellige Millionensumme“ erforderlich, um diese Forderung umzusetzen. Dagegen rechne die SPD bei ihrem eigenen Modell mit etwa zehn Millionen Euro im Jahr.

Autor:  Pitt von Bebenburg
Datum:  26 | 8 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Twitter im Landtag
 

Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Anzeige

Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Anzeige

Frage des Tages: Sollte man härter gegen Graffiti-Sprayer vorgehen?

Frankfurts Fassaden sind voll von Graffiti. Die Verursacher sind meistens nicht festzustellen. Die Polizei will nun härter gegen Graffiti-Sprayer vorgehen. Was halten Sie davon?

 

OB-Stichwahl in Frankfurt
Wahlergebnis Sehen Sie auch die Ergebnisse nach Stadtteilen als Grafik-Fotostrecke. Außerdem zeigen wir die Top- und Flop-Ergebnisse von Peter Feldmann und Boris Rhein nach Stadtteilen und noch detaillierter nach Wahlbezirken. Alles Weitere im Wahl-Spezial.
Frage des Tages: Welches Thema sollte der neue OB Peter Feldmann zuerst angehen?

Peter Feldmann wird Frankfurts neuer Oberbürgermeister. Welches Thema sollte der Sozialdemokrat in seinem neuen Amt als erstes angehen?

OB-Wahl in Frankfurt
So freuen sich Oberbürgermeister: Petra Roth (CDU) und Peter Feldmann (SPD), letzterer mit der Hand in der Hosentasche, ein Fauxpas.
Machtkampf nach OB-Wahl in Frankfurt 
        

Zählt die Tage bis zum Amtsantritt: Peter Feldmann.
Neuer Oberbürgermeister Frankfurt 
Der neue Oberbürgermeister Peter Feldmann bringt ein neues Team mit.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
Prinz Asfa-Wossen Asserate.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
So freuen sich Oberbürgermeister: Petra Roth (CDU) und Peter Feldmann (SPD), letzterer mit der Hand in der Hosentasche, ein Fauxpas.
Nach der OB-Wahl in Frankfurt 
Spezial: Frankfurt Flughafen

Frankfurt Flughafen - Rhein-Main leidet und profitiert von dem Verkehrsknoten gleichermaßen: kurze Wege, aber viel Lärm für die Anwohner. Der Ausbau ist seit Jahrzehnten umstritten. Das Spezial.


Spezial: Der Flughafen wächst weiter
Manche Menschen freuen sich über den Klang von Glocken, andere fühlen sich gestört. (Symbolbild)
Fluglärm in Frankfurt 
        

Für diejenigen Menschen, die unter dem Fluglärm leiden, ist Frankfurt bei weitem nicht „grün“ genug.
Fluglärm in Frankfurt 
        

Wohnen in der Region: Lärm, aber noch kein Schallschutz.
Schleppende Antragsbearbeitung 
        

Nach Sonnenuntergang sollen auch die Flieger unten bleiben.
Nachtflugverbot 

Anzeige

Staumelder

Staumelder 13 Staus mit einer Gesamtlänge von 55km
Zu den Staumeldungen
Spezial

Auch dieses Jahr dürfte beim Schulwechsel der Sturm auf die Gymnasien ungebrochen anhalten. Doch welche Schulen passen eigentlich zu welchen Kindern? Die FR bietet einen Überblick.

Glosse
        

Da steht sie auf ihrem Brunnen in der Klappergasse.

Jeden Tag gibt's nun eine kurze Glosse zu unglaublichen Geschichten aus dem Frankfurter Alltag zu lesen.

 

Anzeige

 
Frankfurter Stadtteil-Porträts
Fragt man in Frankfurt die Leute, was denn die Hauptwache sei, bekommt man viele Antworten. Die einen haben einen Platz vor Augen, andere verwechseln die Hauptwache mit der Zeil. Wieder andere gehen davon aus, mit der Verabredung sei das Café Hauptwache gemeint. Oder auch die Standuhr dahinter.
Frankfurter Innenstadt 
..die Villa Meister. Das prachtvolle und heute denkmalgeschützte Gebäude hatte Herbert von Meister,der  Sohn von Carl Friedrich Wilhelm Meister, einem der Begründer der Farbwerke Hoechst, im Jahr 1902 erworben.
Frankfurt-Sindlingen 
        

Schon schön: Ein Blick in     die Grillparzerstraße im Dichterviertel.
Frankfurt-Dornbusch 
Auf den fruchtbaren Äckern im Frankfurter Norden wird immer noch Landwirtschaft betrieben. Und manch ein Erzeuger vermarktet seine Produkte immer noch selbst.
Frankfurt-Nieder-Eschbach 
Weblog

Seit vielen, vielen Jahren ist "kit" Eishockey-Berichterstatter. Im Blog berichtet er über die Löwen Frankfurt - "in your face".