kalaydo.de Anzeigen

Stadt des Kapitals: Die Tür zum Tresor klemmt

Die Geldhäuser erwarten steigende Gewinne - wollen aber weniger Darlehen vergeben. Leihendes Geld wird in diesem Jahr knapp, so das Ergebnis einer veröffentlichten Untersuchung. Von Peter Dietz

Der regionale Mittelstand hat es besonders schwer, an Kapital zu kommen.
Der regionale Mittelstand hat es besonders schwer, an Kapital zu kommen.
Foto: kallejipp/photocase

Und es gibt sie doch: die Kreditklemme. Noch in diesem Jahr wird zu leihendes Geld knapp, und die Banken werden sich vergebene Darlehen teurer bezahlen lassen. Das ist Ergebnis einer am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Untersuchung des Forschungsinstituts Center for Financial Studies (CFS).

Die Wissenschaftler haben mehr als 320 Manager am Finanzplatz Frankfurt befragt. Fast zwei Drittel der Banker gehen davon aus, dass ihre Häuser in den kommenden Monaten weniger Kredite vergeben werden.

Stadt des Kapitals

Frankfurt ist der zentrale Finanzplatz in Deutschland. Neben Deutscher Börse, Bundesbank und Europäischer Zentralbank haben zahlreiche weitere Geldhäuser ihren Sitz am Main.

In der Rangliste der globalen Finanzzentren stand Frankfurt zuletzt auf Platz acht - weit hinter London und New York. Die 230 Geldhäuser beschäftigen in Frankfurt 74700 Menschen. (pdi)

Die Tür zum Tresor klemmt an zwei Stellen. Zum einen reiche die eigene Basis an Kapital bei den Banken nicht aus, um das Kreditvolumen zu erhöhen, heißt es zur Begründung. Zum anderen könnten oder wollten die Unternehmen den Banken das Risiko eines Kreditausfalls nicht über höhere Zinsen bezahlen.

Die Angst des Mittelstands

Vor allem der regionale Mittelstand fürchtet die Kreditklemme. Deshalb hat die Bundesregierung den Kleinunternehmern einen Kreditmediator zur Seite gestellt. Der soll Mittelständlern helfen, die bei Banken abblitzen. Die Politik hofft, dass es dem Vermittler gelingen werde, die Zurückhaltung der Finanzwirtschaft aufzubrechen. Die Banker selbst setzten aber kaum auf den Mediator. Dessen Engagement werde "von einem großen Teil der Befragten für wenig wirksam erachtet", heißt es in der CFS-Studie. Fast zwei Drittel der Kreditinstitute glauben nicht an seinen Erfolg.

Dass Kredite knapper und teurer werden, trübt in keiner Weise die Laune der Banker - im Gegenteil. Seit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 war die Stimmung nicht mehr so gut. So rechnen die meisten Geldhäuser mit steigenden Gewinnen.

Um fünf Punkte sei der CFS-Index gestiegen, sagte Jan Pieter Krahnen. "Die Umfrage zeigt, dass vor allem Kreditinstitute optimistischer gestimmt sind." Das wirkt auch auf den Arbeitsmarkt. Der befürchtete massive Stellenabbau zum Jahresende hin sei weitestgehend ausgeblieben. Nun rechnet fast ein Drittel der Banker damit, dass die Zahl der Beschäftigten wieder steigen wird. Wie viele und in welchen Bereichen Leute eingestellt werden könnten, darüber sagt die Studie nichts. Seit Ende 2006 fühlt das Institut den Unternehmen aus der Finanzindustrie den Puls; ähnlich wie das Münchner Ifo-Institut für die gesamte Volkswirtschaft, bilden die Frankfurter Forscher eine Art Geschäftsklimaindex nur für die Finanzmarkt-Akteure.

Zum Start der Serie stand der Index bei 126 Punkten. Dann platzte die Immobilienblase, Banken gerieten in bedrohliche Schieflage, der Index rauschte in den Keller. Nun aber ist die Stimmung auf 108. Krahnen warnt: "Damit ist allerdings nicht gesagt, dass die Krise überwunden und die Stabilität unseres Finanzsystems wieder hergestellt ist".

Autor:  Peter Dietz
Datum:  21 | 1 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Regionale Startseite
Ressort

Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick


Nachrichten aus der Region

Anzeige

 
Spezial

Die heiße Phase naht: Termine, Reportagen, Bilder - vom Kinderfasching bis zur Prunksitzung.

Anzeige

Spezial
Beschäftigte des Druckmaschinen-Herstellers Manroland demonstrieren vor der Allianz-Niederlassung in Frankfurt. Allianz und MAN haben dem angeschlagenen Konzern den Geldhahn zugedreht.

Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.

Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Anzeige

Spezial
Wer zieht im März in den Römer ein?

Wer folgt Petra Roth? Mitte März wählt Frankfurt einen neuen OB. Alles über die Kandidaten im Spezial.

OB-Wahl in Frankfurt
        

Rechnet mit einer Stichwahl: Ursula Fechter.
FAG-Kandidatin Fechter 
Das zentrale Themenplakat der Piraten (für ganzes Bild bitte klicken).
Piraten in Frankfurt 
OB-Bewerber Oliver Maria Schmitt setzt sich für ein nichtraucherfreies Frankfurt ein.
OB-Wahl Frankfurt 
        

Ganz großes grünes Kino: OB-Kandidatin  Heilig und der Berliner Fraktionsvorsitzende  Trittin in der Harmonie.
OB-Wahlkampf bei den Grünen 
Boris Rhein hat auf Facebook einen falschen Freund abgekriegt: einem stadtbekannten Rechtsextremen aus Maintal.
Frankfurter OB-Wahlkampf im Internet 
Altenhilfe der FR

Spendenkonten, Bankverbindung, Online-spenden und Informationen zu Spendenquittungen.

Spezial

Mit gutem Gewissen investieren und gleichzeitig Geld verdienen? Die FR schaut, wie erfolgreich Firmen und Fonds dabei sind.

Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

Fotostrecke 1. Derpart Familien-Reise-Tag
Meistgeklickt
Auch Bettina Wulff wirkt müder als sonst - hier besichtigt sie Leonardo da Vincis
Bundespräsident Wulff in Italien 
Wütend nach dem Eintracht-Spiel in Düsseldorf: Heribert Bruchhagen.
Eintracht-Boss hadert mit Schiedsrichter und Schauspieler 
Diskussionen: Bamba Anderson redet auf Schiedsrichter-Assistent Jan Hendrik Salver ein.
Fußball-Kolumne Ballhorn (IV) 
Bayer Leverkusen Boss Holzhäuser 
Marktplatz

"Wir wünschen uns einen großen Garten um unser Frühlingsglück zu genießen." Über 25.000 Bauplatz- und 6.000 Baugebiet-Angeboten.