kalaydo.de Anzeigen

Stadtetat: Wörtchen der Bürger

Das Volk soll im nächsten Haushalt mitreden. Der nächste Etat soll zumindest in Teilen ein Bürgerhaushalt sein. Von Matthias Arning

Könnte sein, dass der nächste Haushalt nicht mehr allein Sache derer bleibt, die in Stadtregierung und Opposition damit befasst sind. Der nächste Etat soll zumindest in Teilen ein Bürgerhaushalt sein. Darüber zeigen sich die beiden Volksparteien CDU und SPD einig. Über diesen Konsens hinaus fangen aber bald die Differenzen an. Wenn es darum geht, wie die Frankfurter an diesem Projekt sich beteiligen.

Für die Christdemokraten gilt der Grundsatz: Der Bürgerhaushalt "soll nicht mit der repräsentativen Demokratie in Konkurrenz treten, sondern eine stärkere Beteiligung der Bürger ermöglichen". Das sehen die SPD anders, weil sie repräsentative Demokratie und Bürgerbeteiligung nicht in Konkurrenz setzen will. Vielmehr würden sich in ihrer Sicht der Dinge beide Möglichkeiten der Partizipation ergänzen - und zwar auf eine durchaus zeitgemäße Art und Weise.

Schließlich empfehlen die Vereinten Nationen das Modell Bürgerhaushalt seit geraumer Zeit. Orientierung dafür verspricht das Modell der brasilianischen Stadt Porto Allegre, in der die Bürger zu Beratungen zusammenkommen, um über die Entwicklung ihrer Kommune zu sprechen. Die Beratungen erinnern an Zusammenkünfte der Ältesten in Gemeinwesen überschaubarer Größe.

Weil man aber in bundesrepublikanischen Großstädten nicht glaubt, dass Versammlungen dieser Art praktikabel sein könnten, wählen die Stadtoberen für den Bürgerhaushalt Ausschnitte kommunaler Politik, bei denen die Bürger dann ein Wörtchen mitreden sollen. Städte wie Köln bieten dafür eine politische Agenda an, mit der diejenigen, die sich beteiligen, Prioritäten setzen können.

In Frankfurt soll das anders sein. Die SPD stellt sich zwei Bereiche für diese Partizipation vor: Während ein Teil der Projekte in den Stadtteilen realisiert werden soll, widmen sich die Bürger im zweiten Feld stadtweiten Entwicklungen. Für beide Sparten sehen die Sozialdemokraten, die Regularien wie die EU-Bürgerschaft und die Volljährigkeit für die Mitwirkenden nicht gelten lassen wollen, 40 Millionen Euro vor.

Letzte Entscheidung

Ein Betrag, der den Christdemokraten zu mickrig erscheint. Sie wollen kein finanzielles Limit und in einer ersten Runde auch keine thematischen Grenzen setzen. Vielmehr sollen zu diesem Zeitpunkt auch Menschen, die gar nicht in der Stadt leben, über ihren Alltag als Pendler womöglich aber mit Frankfurt verbunden sind, mitreden können. Wobei die Christdemokraten ausdrücklich darauf verweisen, dass Bürgerhaushalt nicht unbedingt Geldausgeben heißen müsse. Vorschläge zum Sparen seien vielmehr ausdrücklich willkommen.

In einer zweiten Runde geht es nach dem Modell der Chritsdemokraten im Römer darum, den Projekten Prioritäten zu geben, bevor schließlich die Stadtverordneten - in beiden Modellen - das letzte Wort über die Ausgaben haben. Zumindest die SPD sieht vor, die Stadtparlamentarier für den Willen der Bürger in die Pflicht nehmen zu können.

Autor:  Matthias Arning
Datum:  25 | 3 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Regionale Startseite
Ressort

Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick


Nachrichten aus der Region

Anzeige

 
Spezial

Die heiße Phase naht: Termine, Reportagen, Bilder - vom Kinderfasching bis zur Prunksitzung.

Fastnacht in Rhein-Main
Das Frankfurter Prinzenpaar Marcus I. und Ingrid II.
Frankfurter Fastnacht 
        

In den Clubs könnte die Schwester  auffallen.
Fasching in Mainz 
Rednerschule: Karl Oertl bringt Fastnachtern bei, wie man eine Büttenrede hält. In der Bütt: Patrick Fiederer
Fassenacht in Frankfurt 

Anzeige

Spezial
Beschäftigte des Druckmaschinen-Herstellers Manroland demonstrieren vor der Allianz-Niederlassung in Frankfurt. Allianz und MAN haben dem angeschlagenen Konzern den Geldhahn zugedreht.

Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.

Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Anzeige

Spezial
Wer zieht im März in den Römer ein?

Wer folgt Petra Roth? Mitte März wählt Frankfurt einen neuen OB. Alles über die Kandidaten im Spezial.

OB-Wahl in Frankfurt
        

Rechnet mit einer Stichwahl: Ursula Fechter.
FAG-Kandidatin Fechter 
Das zentrale Themenplakat der Piraten (für ganzes Bild bitte klicken).
Piraten in Frankfurt 
OB-Bewerber Oliver Maria Schmitt setzt sich für ein nichtraucherfreies Frankfurt ein.
OB-Wahl Frankfurt 
        

Ganz großes grünes Kino: OB-Kandidatin  Heilig und der Berliner Fraktionsvorsitzende  Trittin in der Harmonie.
OB-Wahlkampf bei den Grünen 
Boris Rhein hat auf Facebook einen falschen Freund abgekriegt: einem stadtbekannten Rechtsextremen aus Maintal.
Frankfurter OB-Wahlkampf im Internet 
Altenhilfe der FR

Spendenkonten, Bankverbindung, Online-spenden und Informationen zu Spendenquittungen.

Spezial

Mit gutem Gewissen investieren und gleichzeitig Geld verdienen? Die FR schaut, wie erfolgreich Firmen und Fonds dabei sind.

Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

Fotostrecke 1. Derpart Familien-Reise-Tag

Staumelder

Staumelder 86 Staus mit einer Gesamtlänge von 273km
Zu den Staumeldungen
Meistgeklickt
Mohamadou Idrissou: Noch reicht die Kraft nicht für 90 Minuten, vielleicht reicht sie aber für Fortuna Düsseldorf?
Eintracht gegen Fortuna 
Moderator Günther Jauch.
Günther Jauch 
Gegen seine alten Kollegen in der Startelf: Bamba Anderson.
Eintracht gegen Fortuna 
Marktplatz

"Wir wünschen uns einen großen Garten um unser Frühlingsglück zu genießen." Über 25.000 Bauplatz- und 6.000 Baugebiet-Angeboten.