Es gibt Töne, die verfolgen einen ein Leben lang. Der Klang der Schulglocke. Das erste Motörhead-Konzert. Der satte Sound der Gloriosa. Denn wenn die mit 12.000 Kilogramm zweitdickste Glocke Deutschlands loslegt, dann hören sich ihre acht kleineren Schwestern im Kaiserdom doch eher dünn an. Diesen Samstag gibt es um 16.30 Uhr wieder mal Gelegenheit, dabei zuzuhören. Denn nach einer Zwangspause, bedingt durch Bauarbeiten, ist die Gloriosa dieses Jahr wieder mit von der Partie beim Stadtgeläut.
Das Stadtgeläut, das viermal im Jahr das akustische Stadtbild prägt, ist tatsächlich ein Nachkriegsgewächs: 1945 stimmte der Mainzer Orgel- und Glockenbauer Paul Smets erstmals den Klang der 50 stadttragenden Kirchenglocken aufeinander ab. Seitdem lockt das Synchronklingen immer wieder tausende Ohrenzeugen in die Stadt.
In der Adventszeit besteht dazu zweimal Gelegenheit. Denn die Glocken klingen nicht nur an den Samstagen vor Ostern und vor Pfingsten, sondern auch am Samstag vor dem ersten Advent und am Heiligen Abend, an diesem Jahr ab 17 Uhr.
Die beliebtesten Standorte sind dabei traditionell die Hauptwache, der Liebfrauenberg, der Paulsplatz, der Römerberg und der Eiserne Steg. Echte Stadtgeläut-Profis bevorzugen freilich ihre versteckten Lieblings-Klangdiamanten, die sie keinesfalls weiterverraten. (skb)

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