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Stadtgestaltung: Die Zukunft des Nordends

Am 19. März geht es bei der Veranstaltung "Sozialer Wandel im Nordend" auch darum, zu klären: "Wo steht der Stadtteil, und wo geht er hin?".

Im Sommer 2008 durfte jeder einen von 12 orangen Stühlen hinstellen, wo er wollte.
Im Sommer 2008 durfte jeder einen von 12 orangen Stühlen hinstellen, wo er wollte.
Foto: FR/Boeckheler

Manchmal, sagt Jörg Harraschain, manchmal sei der Blick über "den eigenen Tellerrand" durchaus angebracht. Erst dann nämlich lasse sich erschließen, was sich im eigenen Quartier allmählich verändere, welche Wandlungsprozesse in Gang sind. Und deswegen, setzt Harraschain, der heimliche Bürgermeister des Nordends, hinzu, gehe es am 19. März, einem Donnerstag, bei der Veranstaltung "Sozialer Wandel im Nordend" auch darum, Fragen wie diese zu klären: "Wo steht der Stadtteil, und wo geht er hin?"

Bürgerforum im Nordend

Die Veranstaltung ist nicht irgendein Termin, gesetzt vom zuständigen Ortsbeirat 3, der mit dem Grünen Harraschain für sich in Anspruch nimmt, "gute Ideen zu haben und die dann auch zügig umzusetzen". Diese Veranstaltung ist eine ganz besondere: Ein Bürgerforum. Zunächst wird Achim Mittler einen historischen Abriss zur Entwicklung des innenstadtnahen Quartiers liefern, dann der Wissenschaftler Andrej Holm die soziale Entwicklung des dichtbesiedelten Stadtteils bilanzieren. Schließlich wird Beate Rüther die Möglichkeiten erörtern, wie die Stadtregierung Einfluss auf die Entwicklung nehmen könnte.

Beate Rüther kommt aus dem Stadtplanungsamt zu dieser Veranstaltung, welcher Ortspolitiker Harraschain eine durchaus "beispielsgebende Qualität" zumisst. Schließlich ergebe sich damit für die Bürger, die mit einer gewissen Sorge beobachten, dass das Viertel immer nobler wird, eine gute Gelegenheit, ihre Vorstellungen vom Zusammenleben in dem einst von Studenten und Alternativen geprägten Stadtteil zu entfalten. Für das von dem CDU-Stadtrat Edwin Schwarz gelenkte Amt nichts ungewöhnliches, schließlich stelle sich für jede weitere Stadtplanung stets die Frage nach der Mitwirkung der Bürger.

Und doch erlebt der Anspruch auf direkte politische Beteiligung offenbar eine Renaissance. Spätestens die Denkschrift des Stadtplaners Albert Speer rückte Partizipation, einem Zauberwort gleich, in den Mittelpunkt jeder weiteren Betrachtung zur Entwicklung der Stadt. In seiner Studie über die Perspektiven der Bürgerstadt Frankfurt im 21. Jahrhundert verweist der Architekt darauf, Beteiligung konkret zu erproben. Etwa in der aus den 70er Jahren stammenden Heinrich-Lübke-Siedlung am Rande Praunheims, aus der Speer ein "nachhaltiges Modellquartier" machen möchte, in dem man mit Ressourcen schonend und den Menschen freundlich umgeht.

Nachdenken im Dezernat

Nicht erst seit der Studie Speers "denken wir viel darüber nach, wie sich Bürger einbeziehen lassen". Sagt Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Schwarz. Mit Speers Studie ließen sich aus seiner Sicht verschiedene Modelle der Partizipation verknüpfen. Das Bürgerforum sei da nur eine Option. Zur Aufwertung des Atzelbergplatzes und zur Entwicklung des Dom-Römer-Areals waren Planungswerkstätten eingerichtet worden, für Gellert "ein Startschuss" für diese Form der Beteiligung. Zum Standard werde man sie nicht machen können, weil unterschiedliche Projekte der Stadtentwicklung unterschiedliche Formen der Partizipation bräuchten.

Dass sich etwas tun muss, ist in der Behörde angekommen. Deswegen gebe es auch den neuen Auftritt im Internet. Die Stadtplaner wollten dort auch zum künftigen Bild des Bahnhofsvorplatzes Voten sammeln. Weil der Architekten-Wettbewerb keine eindeutige Entscheidung gebracht habe, sei daraus nichts geworden. Doch werde das Amt das Internet bei Projekten nutzen - für die Mitsprache der Bürger.

Autor:  MATTHIAS ARNING
Datum:  7 | 3 | 2009
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