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Städel-Museum in Frankfurt: Erweiterungsbau kommt im September

Eigentlich sollte der Baubeginn im Frankfurter Städel-Museum bereits Anfang 2009 starten. Doch aus der dieser Planung wurde nichts, weil die Gelder für die Ausstellungshalle fehlten. Insgesamt braucht das Haus 30 Millionen Euro. Von Matthias Arning

Ein Besucher betrachtet im Städel Rembrandts Die Blendung Simonsons aus dem Jahre 1636.
Ein Besucher betrachtet im Städel Rembrandts "Die Blendung Simonsons" aus dem Jahre 1636.
Foto: dpa

Für Rembrandts Blendung des Simsons muss man sich in den nächsten Monaten noch einmal richtig viel Zeit nehmen. Womöglich für Max Beckmanns Synagoge ebenfalls. Denn diese Werke aus der ständigen Sammlung des Städels sind vom Frühjahr kommenden Jahres für lange Zeit nicht mehr zu sehen. Wegen der Arbeiten für die Erweiterung des Museums am Mainufer und für die Sanierung des alten Gebäudes wollen die Museumsmacher die Werke sicher deponieren. Mit dem Start der großen Kirchner-Retrospektive im April nächsten Jahres "wird es Ernst", sagte Dorothea Apovnik, die Sprecherin des Städels, am Mittwoch der Frankfurter Rundschau. Wenn die Kirchner-Ausstellung im angrenzen Peichl-Bau öffnet, macht das alte Städel einstweilen dicht.

Die Arbeiten am Erweiterungsbau des Städels starten Anfang September. Am Sonntag, 6. September, plant die Leitung des Museums ein großes Spatenstichfest, bei dem sich die Besucher mit den Dimensionen des unterirdisch geplanten Anbaus im rückwärtigen Garten des Städels vertraut machen können. Unter dem Titel "Das neue Städel" gewähren die Museumsmacher dann auch erste Einblicke in den künftig neuen Sammlungsbereich.

Neubau und Sanierung

Mit dem Spatenstichfest am Sonntag, 6. September, beginnen die Arbeiten am Erweiterungsbau des Städels. Unterirdisch sollen im Garten des Museum 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche bis Mitte 2011 entstehen.

Die neue Ausstellungshalle bleibt den Zeitgenossen vorbehalten. Neben der Anselm-Kieder-Sammlung sollen dort auch Werke von Martin Kippenberger und Dan Flavin gezeigt werden.

Das alte Städel macht mit dem Beginn der Kirchner-Retrospektive im April nächsten Jahres dicht. Bedeutende Alte Meister sollen eingelagert werden. Akztuelle Ausstellungen sind fortan nur noch im angrenzenden Peichl-Bau zu sehen.

Ursprüngliche Planung futsch

Zunächst hatte Städel-Direktor Max Hollein die Hoffnung, bereits Anfang 2009 mit den Arbeiten an dem Erweiterungsbau beginnen zu können. Den Wettbewerb unter Architekten für dieses ambitionierte Projekt hatte das Frankfurter Büro schneider+schumacher für sich entschieden. Doch aus der ursprünglichen Planung wurde nichts, die Mittel für die vor allem von Privatleuten finanzierte Ausstellungshalle ließen auf sich warten. Bislang brachten private Spender 20 Millionen Euro auf. Der Neubau ist allerdings mit 30 Millionen Euro kalkuliert. Die neue Ausstellungshalle dient künftig der Präsentation der Kunst nach 1945 und soll unter dem Garten des Städels entstehen. Damit ließe sich das Museum um 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche beträchtlich erweitern. In diesem Bereich des Museums sollen von Mitte 2011 an die Anselm-Kiefer-Sammlung sowie Werke der Zeitgenossen Martin Kippenberger und Dan Flavin zu sehen sein.

Bis dahin nehmen sich Ausstellungsmacher jetzt zunächst für den Herbst die Präsentation "Mord im Mittelalter" vor. Dann geht es um den gewaltsamen Tod des Grafen Dietrich von Wernigerode, dargestellt auf einem Altarbild. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Städel und dem gegenwärtig ebenfalls im Umbau steckenden Hessischen Landesmuseum in Darmstadt.

Altbau schließt im April 2010

Danach steht die große Botticelli-Ausstellung an. Sie zeigt Gemälde des Renaissance-Meisters im Peichl-Bau. Damit fangen dann allmählich die Schließungen von Räumen im ursprünglichen Museumsbau an. Sie seien nötig, berichtete Museumssprecherin Apovnik, weil neben der Erweiterung auch die Sanierung des alten Städels angegangen werde. Diese Arbeiten würden unter anderem wegen des Brandschutzes nötig: "Wir reden gegenwärtig mit den Architekten über den Fortgang der Arbeiten, um möglichst viele Werke so lange wie möglich zeigen zu können." Die Alten Meister würden dann meist eingelagert, um sie in Sicherheit zu wissen.

Die Schließung des Altbaus steht aber für April 2010 bereits fest. Die Kirchner-Retrospektive werde ebenfalls im Peichl-Bau gehängt, der dann für die nächsten anderthalb Jahre die einzige Ausstellungsfläche für das bedeutendste Museum der Stadt wie der gesamten Region bleibe.

Autor:  Matthias Arning
Datum:  23 | 7 | 2009
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