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06. August 2011

Stechmücken-Plage droht: Sssssssssssssssst

Eine Mückenplage am Oberrhein droht. Foto: dpa

Dieser Sommer frustriert die Menschen. Die Stechmücken besonders am Oberrhein profitieren aber von der anhaltenden Wärme und Feuchtigkeit. Damit wird ihre Bekämpfung wieder zum Thema.

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Der Sommer ist ins Wasser gefallen. Das ärgert die Menschen – und freut die Stechmücken. Besonders am Oberrhein, darunter fällt der gesamte hessische Rheinabschnitt zwischen Mannheim und Bingen, ist nach Ansicht von Experten die Gefahr groß, dass der Regen noch für eine Mückenplage sorgen könnte.

Nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes kann es auch in den kommenden Tagen weiter regnen. „Das sind schlechte Vorzeichen für uns – und gute für die Stechmücken“, sagt Norbert Becker, Direktor der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) im rheinland-pfälzischen Waldsee bei Ludwigshafen. Wärme und Feuchtigkeit sind gute Bedingungen für die Mücken, die ihre Eier im Wasser ablegen. „Abwechselnd Regen- und Sonnenphasen sind für sie ideal.“

Rund 300 Stechmückenbekämpfer, so Becker, seien seit März im Einsatz. Bislang hätten sie auf rund 2500 Hektar, vor allem in den überschwemmten Bruchwäldern der Oberrheinebene, einen biologischen Wirkstoff auf Eiweißbasis verteilt. Noch sei die Fläche, so Becker, weitaus kleiner als im Vorjahr. Damals hätten Mitarbeiter mehr als 20 000 Hektar vom Hubschrauber und Boden aus mit mikrobiologischen Präparaten bearbeitet.

Im April und Mai habe es wegen der Dürre und des niedrigen Rheinpegels in Rheinland-Pfalz, Baden und Hessen kaum Probleme gegeben. Doch seitdem hat sich das geändert.

„In den vergangen Tagen hatten wir viel zu tun wegen der Überschwemmungen“, sagt Becker. „Im Moment gehen die Pegelstände zwar zurück, doch sie sollen bis Mitte der nächsten Woche wieder steigen.“ Becker geht davon aus, dass er und seine Helfer am kommenden Dienstag wieder ausrücken müssen.

Eine genaue Prognose für den Restsommer und Frühherbst wagt der Biologe noch nicht abzugeben. „Im Moment haben wir sehr instabile Wetterverhältnisse.“ Eine richtig schlimme Plage erwartet der Biologe jedoch nicht – nicht zuletzt dank des Einsatzes seiner Mitstreiter. „Man kann am Rhein derzeit die Abendstunden draußen genießen.“

Becker appelliert auch an die Gartenbesitzer, ihren Teil beizusteuern und darauf zu achten, dass Regenfässer und Zisternen nicht zu Brutplätzen für die ungeliebten Insekten werden. Die Experten von der Kabs haben in den vergangenen Jahren die Beobachtung gemacht, dass immer mehr sogenannte invasive Mückenarten die Rheinebene bevölkern, etwa die ursprünglich aus Ostasien stammenden Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) und seit neustem auch der Japanische Buschmoskito. Der zunehmende internationale Warenverkehr und die steigende Mobilität der Menschen erleichtern den Experten zufolge die Ausbreitung solcher ursprünglich nicht hier beheimateter Stechmückenarten.

Dahinter liegt ein Gefahrenpotenzial. Heimische Schnaken gelten als eher ungefährlich; die Wahrscheinlichkeit, dass sie Krankheiten übertragen, ist eher gering. Bei den neu eingeführten Arten ist die Sachlage nicht ganz so eindeutig.

Doch die Kabs-Experten geben Entwarnung: Bei der schon länger in Deutschland beheimateten Asiatischen Tigermücke handelt es sich zwar um einen potenziellen Überträger zahlreicher Viruserkrankungen, unter anderem von Gelb- und Dengue-Fieber. Doch momentan sei die Gefahr, in Deutschland durch den Einwanderer aus Asien, der über den Mittelmeerraum eingeführt wurde, mit einem Virus infiziert zu werden, äußerst gering. Dazu müssten erst einmal die entsprechende Krankheitserreger hierzulande im Umlauf sein.

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