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Stiftung des Jahres: Preis und Anerkennung für Kinderdörfer

Sie setzt sich für Kinder und Jugendliche in Not ein und ist nun zur hessischen Stiftung des Jahres gekürt worden. Die Stiftung Kinderzukunft aus dem Main-Kinzig-Kreis wird ausgezeichnet. Von Frank Schuster

Schule in Guatemala.
Schule in Guatemala.
Foto: afp

Als junger Soldat erfuhr Rudolf Walther in Rumänien lebensrettende Hilfe von anderen. Jahrzehnte später leitete der Gründer eines der zehn größten deutschen Möbelhäuser, Möbel Walther, aus seinem unternehmerischen Erfolg auch eine soziale Verantwortung ab: Er gründete 1988 die Stiftung Kinderzukunft oder auch Rudolf-Walther-Stiftung.

Die zentrale Aufgabe der Stiftung mit Sitz in Gründau-Lieblos im Main-Kinzig-Kreis ist es, weltweit Kindern in Not eine menschenwürdige Zukunftsperspektive zu ermöglichen. Sie unterhält unter anderem eigene Kinderdörfer, Schulen und Ausbildungseinrichtungen in Guatemala, Bosnien-Herzegowina und Rumänien. Sie bietet Kindern nicht nur ein sicheres Zuhause und Nahrung, sondern auch eine fundierte Schul- und Berufsausbildung als Basis für ein späteres Leben ohne Armut und Abhängigkeiten.

Zwölf Kandidaten

Der Gewinner: Die Stiftung Kinderzukunft (Rudolf-Walther-Stiftung) wurde aus den zwölf von der Landesregierung benannten "Stiftungen des Monats" des Jahres 2008 ausgewählt. Informationen im Internet unter:

www.rudolf-walther-stiftung.com

Für ihr Engagement standen überdies zur Wahl: Karg-Stiftung für Hochbegabtenförderung, Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau, Stiftung Sporthilfe Hessen, Bruno H. Schubert-Stiftung (alle Frankfurt), Stiftung Hessisches Braunkohle-Bergbaumuseum (Borken), Phantastische Bibliothek Wetzlar, Stiftung Segensreich (Nieder-Ramstadt), Stiftung Günter Brack für Umwelt und Kultur in Rauenthal (Eltville), Stiftung RWZ (Fulda), Brüder-Grimm-Stiftung (Kassel) sowie die Bürgerstiftung im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Am Dienstag ist die Rudolf-Walther-Stiftung beim dritten hessischen Stiftungstag im Wiesbadener Kurhaus zur "Stiftung des Jahres 2009" gewählt worden. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 10000 Euro dotiert. Die geladenen Gäste des Stiftungstags hatten sie aus dem Kreis der zwölf von der Landesregierung gekürten "Stiftungen des Monats" des Jahres 2008 ausgewählt. Das Preisgeld kommt je zur Hälfte vom Land Hessen und der SV Sparkassenversicherung.

Zum dritten hessischen Stiftungstag präsentierte sich der Gewinner zusammen mit über 120 weiteren Stiftungen im Kurhaus. Der hessische Stiftungstag ist in Deutschland einzigartig. Er dient dazu, dass sich die Organisationen austauschen und vernetzen können. "In einem Netzwerk kann man große Kräfte mobilisieren. Stiftungen sind nur dann erfolgreich, wenn sie Partner finden", sagte Ministerpräsident Roland Koch (CDU). Stiftungen seien zwar "kein Ersatz für den Staat", doch "sie machen das Land bunter, kreativer und menschlicher". Die große Zahl an Neugründungen sei "Beleg für ein stetig wachsendes Bürgerengagement und ermutigt uns, weiter für den Gedanken des Stiftens zu werben." Und Koch weiter: "Es ist ein ungeheurer Glücksfall für das Land Hessen, dass es über wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen und Unternehmerpersönlichkeiten verfügt, die ihr Vermögen zum Nutzen der Allgemeinheit - zur Förderung von Kunst und Wissenschaften, aber auch für soziale Zwecke - einsetzen."

Koch erinnerte daran, dass Hessen mit 25 Stiftungen pro 100000 Einwohnern die höchste Stiftungsdichte in Deutschland habe. "Allein in den vergangenen beiden Jahren sind in Hessen mehr als 200 Stiftungen gegründet worden." Grund für den Boom sei nicht zuletzt die Unterstützung durch die Landesregierung. Koch sprach von einer "hessischen Kultur des Ermöglichens".

Das bestätigte der Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen, Hans Fleisch: "Im Vergleich zu anderen Bundesländern herrscht in Hessen in der Tat ein anderes Klima. Das Land ist stiftungsfreundlich." Eine Zivilgesellschaft brauche, so Fleisch, "Ressourcen und eine gewisse Staatsunabhängigkeit".

Autor:  Frank Schuster
Datum:  17 | 11 | 2009
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