Dass sie Schnupfen haben, merkt man den Kätzchen nicht an. Sie flitzen durch die gesamte Wohnung von Sandra Weitzel, stecken ihre feuchten Nasen in jeden noch so verborgenen Winkel und spielen mit allem, was nicht niet- und nagelfest ist. Für diesen aufgeweckten Zustand ist Weitzel verantwortlich: Seit mehreren Wochen pflegt und päppelt sie den Nachwuchs zweier Straßenkatzen.
Von den Müttern zurückgestoßen hätten die insgesamt elf Kätzchen auf der Straße nicht überleben können. Ihr Glück war es, dass Weitzel mit ihrem Verein "Strassenkatzen Frankfurt" die Kleinen aufgesammelt hat. Sobald sie wieder ganz gesund sind, sucht der Verein für die Kätzchen, die als Paar abgegeben werden, ein neues Zuhause.
Der Verein "Straßenkatzen Frankfurt" braucht dringend mehr Geld für seine Arbeit. Auch wer sich ehrenamtlich für die heimat- und herrenlosen Tiere engagieren möchte, ist herzlich willkommen.
Spendenkonto: Sparda-Bank Hessen eG, BLZ 500 905 00, Kontonummer 29 50 285.
Weitere Informationen unter 069/48982218
Das erklärte Ziel des Vereins ist es, sich um verwilderte, ausgesetzte, kranke oder hilflose Katzen zu kümmern. Die Mitglieder fangen Straßenkatzen ein, lassen sie beim Tierarzt medizinisch behandeln und kastrieren. Danach kommen die Tiere zurück an ihre Fundorte. "So können sie ihr Revier verteidigen und verhindern, dass neue Katzen sich dort ausbreiten", erklärt Weitzel.
Über 5000 Tiere sollen nach Schätzungen im Frankfurter Stadtgebiet leben. Die meisten hausen auf Friedhöfen und Müllkippen, in Parks und Gartenanlagen, in Industriegebieten oder in Parkhäusern. Die Kätzchen fand der Verein in der Nähe der Jahrhunderthalle, wo ungefähr 30 wilde Katzen täglich um ihr Überleben kämpfen. Die freilebenden Katzen können sich unkontrolliert vermehren.
Manche misshandeln Straßenkatzen gar
"Bei durchschnittlich sechs Katzenkindern pro Wurf könnte die Population von Straßenkatzen schnell ansteigen", sagt Weitzel. Und die wilden Katzen haben nicht nur Freunde, die sie ab und an füttern, von manchen Menschen werden sie nicht gelitten. Viele Bürger fühlen sich von ihnen gestört und vertreiben oder misshandeln die Katzen. Außerdem leiden die Tiere wegen der fehlenden medizinischen Versorgung an Krankheiten und siechen oft qualvoll vor sich hin, weiß Sandra Weitzel.
Derzeit kann der Verein nur begrenzt gegen diese das Leben der Tiere bedrohenden Umstände ankämpfen. Denn die finanziellen Mittel sind knapp. Der Verein kooperiert zwar mit dem Frankfurter Tierschutzverein und dem Katzenschutzverein, finanziert sich aber ausschließlich über Mitgliederbeiträge und Spenden. Pro Jahr zahlt jedes der zurzeit 17 Mitglieder 25 Euro. Die enormen Kosten aus den Tierarztbehandlungen können davon nicht gedeckt werden.
Für eine Kastration berechnen Tierärzte zwischen 80 und 120 Euro je nach Geschlecht der Katze. Aufgrund von gesetzlichen Regelungen dürfen sie die Behandlungen nicht umsonst anbieten und können nur auf den untersten Satz runtergehen. "Medikamente wie ein Mittel gegen Katzenschnupfen für die kleinen Kätzchen können dann auch noch mehrere Hundert Euro kosten", sagt Weitzel. Die Kleinen aus dem Gebüsch zu zerren und sie dann bei einem Schnupfen hängen zu lassen, kommt für die Vorsitzende des Vereins aber nicht in Frage. "Sonst kümmert sich ja niemand um sie", sagt sie.

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