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Jagdgesetz: Streit um Katzen

Der Abschuss von mehr als tausend Katzen und einem Dutzend Hunde im Jahr sorgt für Streit in der Landespolitik. Die Grünen wollen den Jägern verbieten, die Haustiere zu töten, die schwarz-gelbe Landesregierung sieht dagegen keinen Bedarf.

Der Abschuss von mehr als tausend  Katzen im Jahr durch Jäger sorgt für Streit in der Landespolitik.
Der Abschuss von mehr als tausend Katzen im Jahr durch Jäger sorgt für Streit in der Landespolitik.
Foto: dpa

Derzeit dürfen Jäger Katzen und Hunde erschießen, die sich mehr als 300 Meter von der Wohnbebauung entfernt aufhalten. Die Koalition von CDU und FDP will daran mit ihrem Jagdgesetz, das im Juni verabschiedet werden soll, nichts ändern. „Wir Jäger schießen keine Hauskatzen“, betonte der CDU-Abgeordnete Walter Arnild. Es gehe ausschließlich um „verwilderte Katzen“, die im Feld lebten und dabei „Bodenbrüter und Niederwild durch Nestwilderei“ gefährdeten.

Der Grünen-Abgeordnete Daniel May sagte, es würden offiziell mehr als tausend Katzen jährlich abgeschossen. „Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich höher.“ Zudem würde jedes Jahr in Hessen etwa ein Dutzend Hunde von Jägern erschossen.

Das sei „aus ökologischen Gründen nicht zu rechtfertigen“, urteilte May. Außerdem würden durch die Verwechslungsgefahr auch Wildkatzen bedroht, die unter Schutz stünden.

Die FDP nannte die Argumente der Grünen „unsachgemäß“. Tierhalter seien verpflichtet, auf ihre Haustiere aufzupassen, sagte Frank Sürmann. Die Jäger hingegen müssten „besonders bedrohte Vogelarten vor unnatürlichen Räubern“ schützen. Dazu gehöre auch, „sie vor herrenlosen, verwilderten Katzen zu bewahren“.

Zwischen den Parteien ist auch die Frage strittig, ob Rehe und Hirsche gefüttert werden dürfen. Die Grünen lehnen Wildfütterung ab. Sie wollen damit nach Mays Worten erreichen, dass weniger Wildtiere im Wald unterwegs sind und damit weniger Schäden an den Pflanzen anrichten. „Die Wilddichte ist zu hoch für eine vernünftige Land- und Forstwirtschaft“, sagte der Grüne.

FDP-Politiker Sürmann betonte hingegen, eine „vernünftige Fütterungsregelung in der Not“ helfe gerade, „Fraßschäden an Bäumen oder im Feld zu vermeiden“. Darüber hinaus sei ein Verbot „aus Gründen des Tierschutzes nicht vertretbar“, weil sonst „in echten Notzeiten unzählige Tiere verhungern würden“.

Autor:  Pitt von Bebenburg
Datum:  31 | 5 | 2011
Kommentare:  10
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