Die Stadt Frankfurt wird sich an einer Studie über die gesundheitlichen Auswirkungen von Fluglärm mit anderen Anrainern des Flughafens beteiligen. Dies beschloss das Stadtparlament am Donnerstagabend auf Antrag der Fraktion der Flughafen Ausbau Gegner (FAG). Vor der Studie soll eine Expertenanhörung anberaumt werden, um beispielsweise über Untersuchungskriterien zu beraten.
FAG-Fraktionschef Rainer Rahn argumentierte mit der Studie von Professor Eberhard Greiser, der für die Umgebung des Flughafens Köln-Bonn eine erhebliche Erhöhung des Risikos für Herz- und Kreislaufkrankheiten, Schlaganfall und Brustkrebs festgestellt hatte. Rahn bezeichnete die Ergebnisse als "erschreckend" und bezifferte die für die Rhein-Main-Region zu erwartenden Folgekosten auf eine Milliarde Euro. Die Stadt Frankfurt, die jährlich durch den Flughafen 100 Millionen Euro einnehme, sei aufgerufen, sich finanziell an einer eigenen Studie zu beteiligen, weil die Ergebnisse der Kölner Untersuchungen "nicht uneingeschränkt" übertragbar seien.
CDU-Sprecher Robert Lange sagte, die "Bedenken" der FAG seien "ernst" zu nehmen. Allerdings sei Eberhard Greiser "in der Fachwelt sehr umstritten, seine Ergebnisse gelten als fragwürdig, die Studie ist bisher unveröffentlicht und daher nicht überprüfbar."
Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen argumentiert ebenso. und auch die CDU/FDP-Landesregierung behauptet, die Studie des Mediziners sei nicht qualitätsgesichert. Auf Nachfragen Rainer Rahns blieb Lange allerdings nähere Nachweise schuldig, wer denn mit welchen Argumenten die Studie Greisers in Frage stelle.
"Es wäre grob fahrlässig, Greisers Studie zu ignorieren", argumentierte Martina Feldmayer (Grüne). Aufs Rhein-Main-Gebiet übertragen ergaben Greisers Untersuchungen von mehr als einer Million Versicherten im Umfeld des Flughafens Köln/Bonn eine Erhöhung des Brustkrebsrisikos durch Fluglärm um 34 Prozent und eine Erhöhung des Risikos, einen Schlaganfall zu erleiden, um 25 Prozent.

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