Mehr Verkehr am Frankfurter Stadtrand, weniger Verkehr innerhalb des Allenrings: Das ist das Ergebnis der jüngsten Zählung des Autoverkehrs, die das Referat Mobilitäts- und Verkehrsplanung alle zwei Jahre unternimmt.
Die Ursachen für diese Entwicklung lassen sich nicht präzise bestimmen. Vermutlich aber wirken nach Einschätzung von Referatsleiter Axel Fleischer zwei Faktoren: Viele Menschen pendeln offenbar mit dem Auto in die Stadtrandgebiete Frankfurts, wo häufig Gewerbe- und Bürohäuser stehen. Ferner wirkt wohl der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) zunehmend attraktiv auf Pendler und diejenigen, die in Frankfurt wohnen.
Wer nicht gerade weit draußen auf dem Land wohnt und keinen schnellen Zugang zum ÖPNV hat, der steigt in die S-Bahn, in die U- oder Straßenbahn - und entlastet damit die Umwelt und vor allem die Menschen, die in der Stadt am Rande der großen Einfallschneisen wohnen.
Dennoch sind die Befunde, die kürzlich mit der Studie Mobilität in Deutschland 2008 (MiD) vorgelegt worden sind, eher ernüchternd: Das Auto bleibt das Hauptverkehrsmittel der Deutschen. Zwar hat sich die Zahl der Wege, die die Leute täglich antreten, lediglich von 3,4 auf 3,8 erhöht. Aber die Wegelängen wachsen und liegen inzwischen bei durchschnittlich 40 Kilometer pro Tag. 1976 waren es 29,9.
Knapp 60 Prozent dieser Wege legen die Deutschen laut MiD als Fahrer oder Beifahrer im Auto zurück. Erschreckend ist, dass die Hälfte aller Autofahrten kürzer als sechs Kilometer ist und fünf Prozent aller Wege mit dem Pkw sogar kürzer als ein Kilometer sind. Diese Zahlen hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen genannt.
Dramatischer lesen sich Zahlen, die seit kurzem mit der Verkehrserhebung "Mobilität in Städten" vorgelegt worden sind, die von der TU Dresden ausgearbeitet wurden. In Städten mit bis zu 500.000 Einwohnern nutzen sieben Prozent das Auto für Strecken, die kürzer als ein Kilometer sind, und zehn Prozent den Pkw für Fahrten, die kürzer als zwei Kilometer sind. (schu)

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