Manchmal säßen freitagnachmittags junge Menschen weinend bei ihr im Service-Center, erzählt Christamaria Weber. Täglich blickt die Leiterin des Bereichs Beratung und Unterstützung am Studentenwerk Frankfurt in "schockierte Gesichter aus Niederbayern oder Norddeutschland". "Die sind echt verzweifelt, wenn sie hier ankommen."
Es ist nicht das Studium, das den jungen Leuten die Tränen ins Gesicht treibt - das haben die meisten von ihnen noch gar nicht begonnen. Es ist die Suche nach einer bezahlbaren Bleibe, mit der vor allem Erstsemester aus ländlichen Gegenden oder dem Ausland komplett überfordert sind.
Vermieter, die eine Wohnung oder ein Zimmer für Studenten anzubieten haben, können sich montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr an das Studentenwerk wenden. Tel. 069/79823050, E-Mail: wohnen@studentenwerkfrankfurt.de und Fax 069/79834909.
Studenten finden die Aushänge zu denselben Öffnungszeiten im Service-Center auf dem Campus Bockenheim, Bockenheimer Landstraße 133.
Die Wohnheime des Studentenwerks und anderer Träger sind zum Wintersemester bereits komplett belegt. Interessenten können sich auf eine Warteliste setzen lassen. Alle Wohnheimträger
sind zu finden auf den Internetseiten des Studentenwerks unter www.studentenwerkfrankfurt.de
Viele WG-Zimmer werden im Internet inseriert, zum Beispiel auf den Seiten www.wg-gesucht.de und www.studenten-wg.de.
Im FR-Immobilienmarkt werden mittwochs und am Wochenende viele provisionsfreie Wohnungsangebote direkt vom Vermieter inseriert. Die "FR am Mittag" ist bereits am Freitagvormittag ab 11 Uhr im Stadtgebiet erhältlich.
Wohnen auf Zeit kann eine Übergangslösung sein. Zahlreiche möblierte Zimmer findet man über die Mitwohnzentralen: www.city-mitwohnzentrale, www.homecompany.de, www.mitwohnzentrale-mainhattan.de
Auf der Couch pennen ist für einige Tage auch okay. Wer keine Freunde in Frankfurt hat, kann unter www.couchsurfing.org und www.hospitalityclub.org Menschen finden, die einen kostenlosen Schlafplatz anbieten.
Alleine an der Goethe-Universität, der Fachhochschule und der Hochschule für Musik und darstellende Kunst fangen zum Wintersemester insgesamt rund 7300 neue Studenten an. Viele bekommen ihre Zulassungsbescheide erst kurz vor Semesterbeginn und müssen sich dann kurzfristig auf die Suche begeben.
Alle Wohnheime sind voll
"In unseren Wohnheimen gibt es gerade mal 1700 Plätze und die 350 zum Wintersemester freigewordenen Zimmer sind jetzt schon wieder alle vermietet", sagt die Sprecherin des Studentenwerkes, Katrin Wenzel. Auch das neue Wohnheim an der Fachhochschule war sofort belegt. Die Wartelisten sind lang.
Alle anderen sind auf den freien Wohnungsmarkt angewiesen. "Günstiger Wohnraum ist in Frankfurt extrem rar", sagt Wenzel. Laut einer Sozialerhebung der deutschen Studentenwerke nimmt Frankfurt unter allen Städten den Spitzenplatz ein, was die Mietkosten für Studenten betrifft. Rund 325 Euro gehen hier durchschnittlich für Miete und Nebenkosten drauf. Auch Darmstadt und Mainz finden sich unter den Top Ten der teuersten Studentenstädte. "Hier eine Wohnung zu finden, ist echt kein Spaß", sagt Wenzel.
400 Offerten im Jahr
Um den obdachlosen Studenten die Suche zu erleichtern, hat das Studentenwerk nun einen Aufruf an Vermieter gestartet. In zwei bis drei Wochen werden auch Plakate in den U- und S-Bahnen ausgehängt. Wer ein günstiges Zimmer oder eine Wohnung anzubieten hat, kann sich direkt ans Servicecenter wenden, in dem die Angebote dann für die Studenten ausgehängt werden. Bislang zählt man dort nur etwa 400 Offerten im Jahr. "Viele Vermieter bevorzugen Berufstätige, am besten gleich noch mit doppelter Verdienstbescheinigung", sagt Wenzel. Studenten hätten da häufig das Nachsehen.
"Da treffen sich einige Faktoren: ein extrem enger Wohnungsmarkt einerseits und die Unwissenheit, teilweise auch Naivität der Studenten andererseits", sagt Christamaria Weber. Viele dächten, ein Wochenende reiche für die Suche. Und gerade Studenten aus dem Ausland stünden in Frankfurt oft vor dem Nichts, weil sie fälschlicherweise davon ausgingen, von der Uni ein Zimmer vermittelt zu bekommen. Einige müssten zum Semesterbeginn gar in Jugendherbergen oder Hotels unterkommen, da sie keinerlei Freunde oder Verwandte in der Stadt wohnen haben. Diesen Missstand möchte das Studentenwerk gerne beheben und hofft auf viele Mietangebote. Denn in eigenen vier Wänden lässt es sich immer noch am besten studieren.

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