kalaydo.de Anzeigen

Technologiekonzern ABB: Der Sozialplan steht, die Fertigung geht

Der Technologiekonzern ABB und die IG Metall einigen sich auf einen Interessenausgleich sowie einen Sozialplan. Die Produktion in Alzenau wird dicht gemacht. Von Peter Dietz

Die Einigung kam mit dem vierten Warnstreik. Der Technologiekonzern ABB und die IG Metall haben sich jetzt auf einen Interessenausgleich sowie einen Sozialplan für die drei Standorte Alzenau, Göttingen und Minden verständigt.

Danach wird ABB die Produktion in Alzenau - trotz der Proteste der Belegschaft - komplett dicht machen. Es bleiben aber mehr Jobs erhalten als zunächst vom Management angekündigt. Und die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter bekommen eine satte Abfindung.

Im März hatte die Mutter der ABB Automation Products GmbH in Mannheim angekündigt, die Fertigung bis zum Jahresende einzustellen und diese an die Standorte Göttingen sowie Minden zu verlagern. 177 von derzeit 236 Beschäftigten sollten eigentlich ihren Arbeitsplatz vor Ort verlieren. Nach der Einigung werden nun lediglich 127 Stellen gestrichen. Laut IG Metall bleiben in Alzenau 95 Stellen erhalten, allerdings vor allem in produktionsfernen Bereichen.

Für Beschäftigte, die in der Produktion ihren Arbeitsplatz verlieren, würden zehn Stellen bei ABB Frankfurt-Praunheim und weitere zehn Stellen bei ABB im Rhein-Main-Gebiet angeboten. Zudem würden den Alzenauern 64 Arbeitsplätze in Göttingen und Minden angeboten; die Resonanz darauf ist laut Betriebsrat jedoch gleich null. "Nach wie vor ist bei den Alzenauer Beschäftigten keine Bereitschaft zu einem Wechsel nach Göttingen und Minden vorhanden", sagt Betriebsratschefin Susanne Nagel.

Für das Unternehmen sei das ein Problem, da für die Fertigung notwendige Kenntnisse an den anderen Standorten nicht vorhanden seien. Deshalb plane ABB, Beschäftigte aus Göttingen und Minden für "den Know-how-Transfer" zeitweise in Alzenau zu beschäftigen. Laut Nagel ist dieses Konzept jedoch "zum Scheitern verurteilt". In dieser Zeit könne nur ein Teil des benötigten Wissens weitergegeben werden, sagt sie. Zudem sei noch völlig unklar, wie dieses Konzept angesichts guter Auslastung mit dem vorhandenen Personal in Göttingen und Minden umgesetzt werden solle.

Satte Abfindung ausgehandelt

Das Werk in Alzenau fertigte spezielle Produkte zur Temperaturmessung sowie Kabel und Leitungen für die Auto-, Chemie- und Maschinenbau-Industrie. Dieser Markt sei eingebrochen, argumentierte ABB, mit nachhaltiger Erholung sei in den kommenden Jahren nicht zu rechnen. Deshalb müsse die Produktion nach Göttingen und Minden verlagert werden. Dort werde das Produktportfolio in vollem Umfang fortgeführt, heißt es. Auch Alzenau solle als Standort erhalten werden, mit 95 Leuten werde dort unter anderem der Vertrieb gemanagt.

Für Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz verlieren, habe sich ABB bereit erklärt, die finanziellen Mittel für den Sozialplan von 14 Millionen Euro auf 20 Millionen Euro für Abfindungen plus einer sechsmonatigen Transfergesellschaft ab Dezember aufzustocken, sagte Martin Weiss von der IG Metall. "Dadurch wurden deutlich erhöhte Abfindungen erzielt, die weit über das bisher bei ABB übliche Niveau hinaus gehen."

Die gesamte Verlagerung soll nach Planungen von ABB bis Februar 2011 abgeschlossen sein.

Autor:  Peter Dietz
Datum:  2 | 7 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Regionale Startseite
Ressort

Von Wiesbaden über Frankfurt bis Hanau - Die Stadt und die Region auf einen Blick


Nachrichten aus der Region

Anzeige

 
Spezial

Die heiße Phase naht: Termine, Reportagen, Bilder - vom Kinderfasching bis zur Prunksitzung.

Anzeige

Spezial
Beschäftigte des Druckmaschinen-Herstellers Manroland demonstrieren vor der Allianz-Niederlassung in Frankfurt. Allianz und MAN haben dem angeschlagenen Konzern den Geldhahn zugedreht.

Offenbach bangt um einen großen Arbeitgeber: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland.

Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

Anzeige

Spezial
Wer zieht im März in den Römer ein?

Wer folgt Petra Roth? Mitte März wählt Frankfurt einen neuen OB. Alles über die Kandidaten im Spezial.

OB-Wahl in Frankfurt
        

Rechnet mit einer Stichwahl: Ursula Fechter.
FAG-Kandidatin Fechter 
Das zentrale Themenplakat der Piraten (für ganzes Bild bitte klicken).
Piraten in Frankfurt 
OB-Bewerber Oliver Maria Schmitt setzt sich für ein nichtraucherfreies Frankfurt ein.
OB-Wahl Frankfurt 
        

Ganz großes grünes Kino: OB-Kandidatin  Heilig und der Berliner Fraktionsvorsitzende  Trittin in der Harmonie.
OB-Wahlkampf bei den Grünen 
Boris Rhein hat auf Facebook einen falschen Freund abgekriegt: einem stadtbekannten Rechtsextremen aus Maintal.
Frankfurter OB-Wahlkampf im Internet 
Altenhilfe der FR

Spendenkonten, Bankverbindung, Online-spenden und Informationen zu Spendenquittungen.

Spezial

Mit gutem Gewissen investieren und gleichzeitig Geld verdienen? Die FR schaut, wie erfolgreich Firmen und Fonds dabei sind.

Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

Fotostrecke 1. Derpart Familien-Reise-Tag

Staumelder

Staumelder 86 Staus mit einer Gesamtlänge von 273km
Zu den Staumeldungen
Meistgeklickt
Verrauchte Sicht für Frankfurts Keeper Oka Nikolov.
Eintracht gegen Fortuna 
Diskussionen: Bamba Anderson redet auf Schiedsrichter-Assistent Jan Hendrik Salver ein.
Fußball-Kolumne Ballhorn (IV) 
Wütend nach dem Eintracht-Spiel in Düsseldorf: Heribert Bruchhagen.
Eintracht-Boss hadert mit Schiedsrichter und Schauspieler 
Ornella de Santis (links) hat es ins Finale von
„Unser Star für Baku“ 
Marktplatz

"Wir wünschen uns einen großen Garten um unser Frühlingsglück zu genießen." Über 25.000 Bauplatz- und 6.000 Baugebiet-Angeboten.